Viele Menschen können nicht sprechen, aber sehr wohl Ja und Nein sagen – mit einem Blick, einem Blinzeln, einem Laut, einer Taste. Das nennt man einen Code.
Diese App begleitet den ganzen Weg: verstehen, wo Ja/Nein anfängt — den Code festlegen, einüben, im Gespräch nutzen und aufschreiben.
Alles bleibt auf diesem Gerät. Kein Konto, keine Anmeldung, nichts wird gesendet. Die App läuft auch ohne Internet.
Ja/Nein-Fragen wirken wie der einfachste Anfang. In der Entwicklung sind sie das Gegenteil: eine späte Fähigkeit. Vor der Antwort auf eine Frage steht die Wahl zwischen Dingen, die man sehen und greifen kann.
Jede Stufe ist vollwertige Kommunikation. Niemand muss „erst fertig werden" — die Umgebung passt ihre Fragen an die Stufe an, die heute trägt.
Der Kopf dreht sich weg, die Hand schiebt etwas fort, der Körper streckt sich nach etwas hin. Das Ablehnen kommt in der Entwicklung meist vor dem Zustimmen.
Was jetzt hilftDiese Signale wie Antworten behandeln und laut benennen: „Du schiebst es weg — du willst das nicht." So lernt die Person: Mein Körper wirkt.
Zwei Dinge werden gezeigt — der Blick, die Hand oder der Laut entscheidet sich für eines. Die Wahl zwischen Sichtbarem gelingt lange bevor abstrakte Fragen tragen.
Was jetzt hilftEchte Auswahl anbieten, beide Dinge zeigen und benennen, dann warten. Die Wahl gilt — auch wenn sie anders ausfällt als erwartet. Später funktionieren auch Fotos und Bilder.
„Willst du das?" — mit dem Ding in der Hand — bekommt eine verlässliche Antwort. Vorlieben-Fragen im Hier und Jetzt gelingen zuerst.
Was jetzt hilftJetzt lohnt der feste Code: ein verabredetes Zeichen für Ja, eines für Nein, eines für „weiß ich nicht". Achtung: Kleine Kinder und viele Menschen unter Druck sagen zu allem Ja — Fragen nie suggestiv stellen.
Fragen über gestern, über Schmerzen, über Wünsche — ohne dass das Gemeinte sichtbar ist. Das verlangt Sprachverständnis, Gedächtnis und ein stabiles Zeichen zugleich.
Was jetzt hilftErst hierauf bauen, wenn Stufe 3 sicher trägt. Mit Fragen prüfen, deren Antwort man kennt (Modul „Einüben"). Für alles dazwischen: der Fragebaum im Bereich „Im Gespräch".
Das ist keine Prüfung und kein Test — es ist Beobachtung im Alltag. Wo eine Person heute steht, zeigt sich in echten Situationen, nicht in Aufgaben.
Ein Code taugt nur, wenn er immer gleich funktioniert – dieselbe Bewegung, dieselbe Bedeutung, auch am müden Abend.
Wählen Sie im Zweifel die zuverlässigere Bewegung, nicht die elegantere.
Dieses dritte Zeichen ist wichtig. Ohne es muss sich jemand auf Ja oder Nein festlegen, auch wenn beides nicht stimmt – und eine erzwungene Antwort ist keine Antwort.
Antwortzeit ist keine Verzögerung, sondern Teil der Äußerung. Lieber zu lang als zu kurz.
Ein Code ist nur so gut wie die Fragen, die man dazu stellt. Diese Seite hilft beim Fragen — und beim gemeinsamen Herausfinden, worum es gerade geht.
„Willst du raus oder lieber fernsehen?" ist mit Ja/Nein nicht beantwortbar. Immer nur eine Sache erfragen.
Die Antwortzeit gehört zur Antwort. Wer zu früh nachfragt oder weiterredet, löscht die Äußerung aus.
Fragen neutral stellen, nicht suggestiv. Viele Menschen sagen unter Druck zu allem Ja — besonders, wenn die fragende Person mächtiger ist.
„Okay — es geht um deinen Körper." So bleibt der gemeinsame Stand sichtbar, und Missverständnisse fallen sofort auf.
Ein Nein wird nicht wegverhandelt und nicht überhört. Und: Ein ausbleibendes Nein ist kein Einverständnis.
Zusammenfassen und bestätigen lassen: „Habe ich das richtig verstanden?" Erst dann handeln.
Die Person will etwas sagen, und niemand weiß, was? Fragen Sie sich gemeinsam heran: erst grob, dann feiner. Sie stellen die Frage laut — die Person antwortet mit ihrem Zeichen — Sie tippen an, was bestätigt wurde.
Tipp: Was öfter gebraucht wird, gehört auf den Steckbrief — dann muss es nicht jedes Mal neu erfragt werden.
Ein Nein wird nur benutzt, wenn es etwas bewirkt. Wer nie erlebt, dass sein Nein etwas ändert, lässt es irgendwann – und dann fehlt es genau dann, wenn es gebraucht wird.
Diese Übung ist für die begleitende Person. Sie dauert fünf Minuten und fühlt sich unangenehm an. Das gehört dazu.
Ihre Antworten bleiben auf diesem Gerät und werden nicht bewertet.
Ein Ja/Nein, das nur zwei Menschen lesen können, stirbt mit dem Dienstplan. Deshalb gehört der Code aufgeschrieben – für den Kommunikationspass, die Pflegemappe, die Wand über dem Bett.
Diese Seite erklärt in Kurzform, wie die App benutzt wird. Ausführlich steht alles in den fünf Schritten selbst.
Vorlesen, Schriftgröße, Darstellung, hoher Kontrast, Sprache, Hilfe und Einstellungen. Die Marke links führt jederzeit zur Startseite.
Die fünf Schritte der App in ihrer Reihenfolge. Der Kreis in der Mitte ist das Einüben.
Liest den Bildschirm von oben nach unten vor und hebt hervor, was gerade gelesen wird. Nochmal antippen beendet es.
In den Einstellungen lässt sich die Bedienung mit Blick oder Verweilen einschalten; die Verweildauer ist frei einstellbar.
Von links nach rechts durch die untere Leiste: erst verstehen, wo Ja/Nein anfängt, dann den Code festlegen, ihn einüben, im Gespräch nutzen und zum Schluss den Steckbrief drucken. Wer den Code schon kennt, springt direkt zum Schritt, den er braucht.
Ein Ja/Nein-Code ist eine Verabredung: Diese Bewegung heißt Ja, jene heißt Nein.
Der Code muss immer gleich sein.
Alles wird nur auf diesem Gerät gespeichert.
Auf dem Gerät ablegen — schneller Start und vollständig ohne Internet nutzbar.
Zeigt einen Punkt, der sich füllt. Bleibt der Blick auf einer Fläche, wird sie ausgelöst.