Glossar UK
Glossar der Unterstützten Kommunikation
133 Fachbegriffe – erklärt, bebildert und vorlesbar
Glossar UK – Fachbegriffe einfach erklärt
Dieses Glossar erklärt wichtige Fachbegriffe aus dem Bereich der Unterstützten Kommunikation (UK). Alle Begriffe sind alphabetisch sortiert und in verständlicher Sprache formuliert. Über den Button „Einfache Sprache“ in der Toolbar können Sie zu jeder Erklärung auch eine vereinfachte Version lesen.
Hier werden schwere Wörter erklärt.
Die Wörter kommen aus der Unterstützten Kommunikation.
Die Wörter sind nach dem ABC sortiert.
AAC ▼
AAC steht für Augmentative and Alternative Communication – die internationale Bezeichnung für Unterstützte Kommunikation (UK). „Augmentative“ bedeutet ergänzend: Vorhandene Lautsprache wird unterstützt. „Alternative“ bedeutet ersetzend: Fehlende Lautsprache wird ersetzt. Im deutschsprachigen Raum hat sich die Abkürzung UK durchgesetzt; in der internationalen Fachliteratur wird AAC verwendet.
Quelle: Beukelman, D. & Light, J. (2020). Augmentative & Alternative Communication.
AAC ist das englische Wort für Unterstützte Kommunikation.
Es heißt: Augmentative and Alternative Communication.
Auf Deutsch sagt man UK.
AAC-Abandonment ▼
AAC-Abandonment bezeichnet die Aufgabe der Nutzung eines Kommunikationshilfsmittels, obwohl die Person weiterhin auf Unterstützte Kommunikation angewiesen ist. Häufige Gründe sind mangelnde Schulung, fehlende Unterstützung durch das Umfeld, unpassende Geräteauswahl oder zu komplexe Systeme. Die Vermeidung von Abandonment ist ein zentrales Ziel der UK-Beratung.
Quelle: Beukelman, D. & Light, J. (2020). Augmentative & Alternative Communication.
Manchmal hören Menschen auf, ihr Gerät zu benutzen.
Obwohl sie es eigentlich brauchen.
Das passiert, wenn das Gerät zu schwer ist.
Oder wenn niemand hilft, es zu lernen.
ABC-Wörterbuch ▼
Ein ABC-Wörterbuch ist eine alphabetisch sortierte Wortsammlung innerhalb eines UK-Geräts oder einer Kommunikationssoftware. Nutzer:innen können über den Anfangsbuchstaben gezielt nach Wörtern suchen und so auf einen großen Wortschatz zugreifen.
Wichtig: Buchstabenkenntnisse sind keine Voraussetzung für die Nutzung. Wie im regulären Schriftspracherwerb – wo Kinder zuerst Buchstaben und dann Lesen und Schreiben lernen – werden Buchstaben durch Erfahrung und Nutzung gelernt. Bei kategoriebasierten Vokabularen wird ebenso nicht vorausgesetzt, dass die Person Wortarten kennt; sie lernt sie durch den Gebrauch. Beide Ansätze setzen auf Lernen durch Erfahrung (vgl. Erickson & Koppenhaver, 2020).
Der alphabetische Ansatz hat einen besonderen Vorteil: Das erworbene Wissen über Buchstaben und Schrift ist übertragbar – auf Blick-ABC, Buchstabentafeln, handschriftliche Notizen und andere Kommunikationsformen. Es bleibt nicht an ein bestimmtes Gerät oder System gebunden. Zudem kann das Umfeld (Angehörige, Fachkräfte) das alphabetische System sofort verstehen und mitnutzen, da Lese- und Schreibkompetenz in der Regel vorhanden ist. Modelling gelingt so deutlich leichter.
Quellen: Erickson, K. & Koppenhaver, D. (2020). Comprehensive Literacy for All. Brookes Publishing. | Light, J. & McNaughton, D. (2014). Communicative Competence for Individuals who require AAC. AAC, 30(1), 1–18.
Im Gerät gibt es ein Wörterbuch.
Die Wörter sind nach dem ABC sortiert.
Man lernt die Buchstaben durch das Benutzen.
Man muss sie nicht vorher können.
Aided Communication ▼
Aided Communication (hilfsmittelgestützte Kommunikation) bezeichnet alle Kommunikationsformen, bei denen zusätzliche Materialien oder Geräte eingesetzt werden – zum Beispiel Symboltafeln, Kommunikationsbücher oder elektronische Sprachcomputer. Im Gegensatz dazu steht Unaided Communication, bei der nur körpereigene Mittel genutzt werden.
Quelle: Beukelman, D. & Light, J. (2020). Augmentative & Alternative Communication.
Aided Communication heißt: Kommunikation mit Hilfsmitteln.
Man benutzt ein Gerät oder eine Tafel zum Kommunizieren.
Das kann ein Computer sein oder ein Buch mit Bildern.
Aided Language Stimulation (ALS) ▼
Bei der Aided Language Stimulation (ALS) nutzen Kommunikationspartner selbst aktiv das UK-System, während sie mit der UK-nutzenden Person sprechen. Sie zeigen auf Symbole und drücken Felder auf dem Gerät, während sie gleichzeitig laut sprechen. So lernt die Person, wie das Gerät zur Kommunikation eingesetzt werden kann – durch Vorbild und Nachahmung.
Quelle: Beukelman, D. & Light, J. (2020). Augmentative & Alternative Communication.
Der Gesprächspartner benutzt auch das Gerät.
Er zeigt auf die Bilder und spricht dabei.
So kann man sehen, wie das Gerät funktioniert.
Alternative Kommunikation ▼
Alternative Kommunikation umfasst alle Kommunikationsformen, die die Lautsprache vollständig ersetzen. Dies ist notwendig, wenn eine Person keine oder kaum verständliche Lautsprache entwickeln kann. Beispiele sind Gebärden, Symbolkommunikation oder Schrift als primäres Ausdrucksmittel. Der Begriff bildet zusammen mit „augmentativ“ das Konzept der Unterstützten Kommunikation (AAC).
Quelle: Beukelman, D. & Light, J. (2020). Augmentative & Alternative Communication.
Alternative Kommunikation heißt:
Man benutzt etwas anderes statt Sprechen.
Zum Beispiel Gebärden oder Bilder.
Das ist für Menschen, die nicht sprechen können.
Anlauttabelle ▼
Eine Anlauttabelle ist eine Tabelle, die jeden Buchstaben des Alphabets mit einem Bild zeigt, dessen Name mit diesem Buchstaben beginnt (z. B. A wie Affe, B wie Ball). Kinder nutzen Anlauttabellen zum freien Schreiben, indem sie Wörter lautweise zusammensetzen. In der UK kann eine Anlauttabelle auf dem Gerät den Zugang zu Buchstaben und Schrift erleichtern.
Quelle: Erickson, K. & Koppenhaver, D. (2020). Comprehensive Literacy for All.
Eine Anlauttabelle zeigt Buchstaben mit Bildern.
Zum Beispiel: A wie Affe, B wie Ball.
Die Bilder helfen, die Buchstaben zu lernen.
Man kann damit Wörter schreiben.
Ansteuerung ▼
Ansteuerung beschreibt die Art und Weise, wie eine Person ein UK-Gerät oder einen Computer bedient. Mögliche Ansteuerungsarten sind Fingerberührung (Touchscreen), Augensteuerung, Taster (Switches), Kopfsteuerung oder Joysticks. Die passende Ansteuerung wird individuell ausgewählt und an die motorischen Fähigkeiten der Person angepasst.
Quelle: Beukelman, D. & Light, J. (2020). Augmentative & Alternative Communication.
Ansteuerung heißt: Wie bedient man das Gerät?
Manche nutzen den Finger.
Manche nutzen die Augen.
Manche nutzen einen Taster.
Aphasie ▼
Aphasie ist eine erworbene Sprachstörung nach einer Hirnschädigung – häufigste Ursache ist ein Schlaganfall. Betroffen sein können Sprechen, Verstehen, Lesen und Schreiben; die Intelligenz ist nicht grundsätzlich beeinträchtigt. UK kann Menschen mit schwerer Aphasie unterstützen, zum Beispiel mit Symboltafeln, Fotos oder Sprachausgabegeräten.
Quelle: Beukelman, D. & Light, J. (2020). Augmentative & Alternative Communication.
Aphasie ist eine Sprach-Störung.
Sie kommt von einer Verletzung im Gehirn.
Oft ist ein Schlaganfall die Ursache.
Bilder und Geräte können beim Kommunizieren helfen.
Augensteuerung ▼
Augensteuerung (Eye Tracking) ermöglicht es, einen Computer oder ein UK-Gerät allein durch Blickbewegungen zu bedienen. Eine Kamera am Gerät verfolgt die Augenbewegungen und erkennt, wohin die Person schaut. Durch längeres Anschauen eines Feldes (Dwell) oder Blinzeln wird eine Auswahl getätigt. Diese Technologie ist besonders wichtig für Menschen mit starken motorischen Einschränkungen.
Quelle: Beukelman, D. & Light, J. (2020). Augmentative & Alternative Communication.
Man kann einen Computer mit den Augen steuern.
Eine Kamera schaut, wohin die Augen gucken.
Wenn man lange auf ein Feld schaut, wird es ausgewählt.
Augmentative Kommunikation ▼
Augmentative Kommunikation bezeichnet Kommunikationsformen, die die vorhandene Lautsprache ergänzen und unterstützen. Im Gegensatz zur alternativen Kommunikation, die Lautsprache ersetzt, wird augmentative Kommunikation eingesetzt, wenn eine Person bereits teilweise verständlich sprechen kann, aber zusätzliche Unterstützung benötigt.
Quelle: Beukelman, D. & Light, J. (2020). Augmentative & Alternative Communication.
Augmentative Kommunikation heißt:
Man bekommt Hilfe beim Sprechen.
Man kann schon etwas sprechen.
Aber man braucht noch zusätzliche Hilfe.
Autismus-Spektrum ▼
Autismus ist eine angeborene neurologische Entwicklungsbesonderheit, die sich auf Kommunikation, soziale Interaktion und Wahrnehmung auswirkt. Manche autistischen Menschen sprechen nicht oder wenig und profitieren von UK – etwa von Symbolsystemen, Talkern oder Schrift. Wichtig: UK behindert die Lautsprachentwicklung nicht, sondern kann sie sogar fördern.
Quelle: Beukelman, D. & Light, J. (2020). Augmentative & Alternative Communication.
Autismus ist eine Besonderheit im Gehirn.
Manche autistische Menschen sprechen nicht oder wenig.
Bilder oder ein Gerät können beim Kommunizieren helfen.
Automatisches Scanning ▼
Beim automatischen Scanning springt ein visueller Indikator (Hervorhebung) selbstständig von Feld zu Feld oder von Zeile zu Zeile. Die nutzende Person drückt einen Taster, sobald das gewünschte Feld markiert ist. Die Geschwindigkeit des Scannings wird individuell eingestellt. Es ist die gebräuchlichste Form des Scannings in der UK.
Quelle: Beukelman, D. & Light, J. (2020). Augmentative & Alternative Communication.
Das Gerät zeigt die Felder von alleine nacheinander an.
Wenn das richtige Feld leuchtet, drückt man den Taster.
Man kann einstellen, wie schnell es geht.
Baker, Bruce ▼
Bruce Baker (1943–2020) war ein US-amerikanischer Linguist und der Erfinder von Minspeak, einem System der semantischen Kompaktierung. Er entwickelte die Idee, dass Icons mit Mehrfachbedeutungen kombiniert werden können, um effizient auf einen großen Wortschatz zuzugreifen. Seine Arbeit prägt bis heute viele UK-Systeme wie LAMP und Unity.
Quelle: Prentke Romich Company. minspeak.com
Bruce Baker hat Minspeak erfunden.
Das ist eine besondere Art, Wörter zu finden.
Man kombiniert Bilder miteinander.
So kann man schnell viele Wörter sagen.
Beukelman, David ▼
David Beukelman (1943–2022) war ein US-amerikanischer Forscher und einer der einflussreichsten Wissenschaftler im Bereich der Unterstützten Kommunikation. Gemeinsam mit Pat Mirenda entwickelte er das Partizipationsmodell; mit Janice Light verfasste er die aktuelle Auflage des Standardwerks „Augmentative & Alternative Communication“, das weltweit als Referenz gilt.
Quelle: Beukelman, D. & Light, J. (2020). Augmentative & Alternative Communication.
David Beukelman war ein wichtiger Forscher.
Er hat viel über Unterstützte Kommunikation geschrieben.
Er hat das Partizipationsmodell mitentwickelt.
BigMack/Step-by-Step ▼
BigMack und Step-by-Step sind einfache Kommunikationshilfen mit aufnehmbaren Sprachfeldern. Der BigMack speichert eine einzelne Nachricht, die durch Drücken abgespielt wird. Der Step-by-Step speichert mehrere Nachrichten nacheinander. Beide Geräte eignen sich besonders für den Einstieg in die UK und für erste Kommunikationserfahrungen.
Quelle: AbleNet Inc. ablenetinc.com
Der BigMack ist ein großer Knopf.
Man nimmt eine Nachricht auf.
Wenn man drückt, spielt er die Nachricht ab.
Der Step-by-Step kann mehrere Nachrichten nacheinander abspielen.
Bimodal ▼
Bimodal bedeutet, dass gleichzeitig zwei verschiedene Kommunikationskanäle genutzt werden – beispielsweise gesprochene Sprache und Gebärden oder gesprochene Sprache und Symbole auf einem Gerät. Bimodale Kommunikation ist eine Form der multimodalen Kommunikation und unterstützt das Sprachverständnis durch die Kombination unterschiedlicher Eingabekanäle.
Quelle: Beukelman, D. & Light, J. (2020). Augmentative & Alternative Communication.
Bimodal heißt: Man nutzt zwei Arten gleichzeitig.
Zum Beispiel: Man spricht und zeigt Gebärden.
Oder: Man spricht und zeigt auf Bilder.
Blick-ABC ▼
Ein Blick-ABC ist eine Buchstabentafel, die mit den Augen bedient wird. Die Buchstaben sind auf einer transparenten Tafel angeordnet, durch die sich die Kommunikationspartner gegenübersitzen. Die Person schaut den gewünschten Buchstaben an, und der Partner liest den Blick ab. Blick-ABCs sind eine einfache, nicht-elektronische Form der Augensteuerung.
Quelle: Gesellschaft für Unterstützte Kommunikation e.V. (GesUK).
Auf einer Tafel stehen Buchstaben.
Man schaut den Buchstaben an, den man meint.
Der andere liest den Blick ab.
Dafür braucht man keinen Computer.
Bliss-Symbole ▼
Bliss-Symbole (Blissymbolics) sind ein grafisches Symbolsystem, das von Charles K. Bliss entwickelt wurde. Es besteht aus geometrischen Grundformen, die zu komplexeren Bedeutungen kombiniert werden können. Bliss war eines der ersten Symbolsysteme, das in der UK eingesetzt wurde. Es gilt als besonders systematisch und logisch aufgebaut.
Quelle: Beukelman, D. & Light, J. (2020). Augmentative & Alternative Communication.
Bliss-Symbole sind besondere Zeichen.
Sie bestehen aus einfachen Formen.
Man kann damit Wörter und Sätze machen.
Boardmaker ▼
Boardmaker ist eine Software von Tobii Dynavox zur Erstellung von Kommunikationstafeln und -materialien. Sie nutzt die PCS-Symbole (Picture Communication Symbols) und ermöglicht es, individuelle Kommunikationstafeln, Arbeitsblätter und Lernmaterialien zu erstellen. Boardmaker ist eines der am weitesten verbreiteten Werkzeuge in der UK-Praxis.
Quelle: Tobii Dynavox. goboardmaker.com
Boardmaker ist ein Programm am Computer.
Man kann damit Tafeln mit Bildern machen.
Die Bilder heißen PCS.
Viele Schulen und Therapeuten benutzen Boardmaker.
Boenisch, Jens ▼
Jens Boenisch ist Professor an der Universität zu Köln und Leiter des Forschungs- und Beratungszentrums für Unterstützte Kommunikation (FBZ-UK). Er gilt als einer der führenden Experten für Kernvokabular im deutschsprachigen Raum. Seine Forschung hat maßgeblich dazu beigetragen, dass Kernvokabular in der UK-Praxis an Bedeutung gewonnen hat.
Quelle: Boenisch, J. & Sachse, S. (Universität zu Köln). Kernvokabular-Forschung.
Jens Boenisch ist Professor in Köln.
Er forscht über Kernvokabular.
Kernvokabular sind die wichtigsten Wörter.
Er hilft, dass UK besser wird.
Braun, Ursula ▼
Ursula Braun ist eine Pionierin der Unterstützten Kommunikation in Deutschland. Sie gehörte zu den ersten Vertreterinnen des Fachgebiets im deutschsprachigen Raum, promovierte zur UK bei schwerer Dysarthrie und war ab 1990 langjährige Vorsitzende der im selben Jahr gegründeten deutschsprachigen ISAAC-Sektion (heute GesUK). Ihre Arbeit prägte die Etablierung der UK im deutschsprachigen Raum maßgeblich.
Quelle: Gesellschaft für Unterstützte Kommunikation e.V. (GesUK).
Ursula Braun ist eine wichtige Fachfrau für UK.
Sie hat UK in Deutschland mit aufgebaut.
Sie hat lange den UK-Verein geleitet.
Der Verein heißt heute GesUK.
BTHG ▼
Das Bundesteilhabegesetz (BTHG) ist ein deutsches Gesetz zur Stärkung der Teilhabe und Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderungen. Es reformiert die Eingliederungshilfe und stärkt die Rechte der Betroffenen. Für die UK ist das BTHG relevant, weil es den Zugang zu Hilfsmitteln und Teilhabeleistungen regelt.
Quelle: Bundesteilhabegesetz (BTHG), 2016.
Das BTHG ist ein Gesetz.
Es hilft Menschen mit Behinderung.
Sie sollen besser teilhaben können.
Zum Beispiel bei der Arbeit oder in der Schule.
Comprehensive Literacy ▼
Comprehensive Literacy (umfassende Literalität) ist ein Ansatz von Karen Erickson und David Koppenhaver zur Lese- und Schreibförderung für Menschen mit erheblichen Behinderungen. Der Ansatz betont, dass jeder Mensch lesen und schreiben lernen kann, und kombiniert tägliche Bausteine: gemeinsames Lesen, selbstständiges Lesen, Alphabet- und Lautarbeit (phonologische Bewusstheit) sowie eigenes Schreiben.
Quelle: Erickson, K. & Koppenhaver, D. (2020). Comprehensive Literacy for All.
Comprehensive Literacy bedeutet: Alle können lesen und schreiben lernen.
Man liest zusammen Bücher vor.
Man übt Buchstaben und Wörter.
Jeder Mensch kann das lernen.
CVI (zerebrale visuelle Beeinträchtigung) ▼
CVI (Cerebral Visual Impairment) bezeichnet eine Sehbeeinträchtigung, die nicht durch die Augen, sondern durch die visuelle Verarbeitung im Gehirn verursacht wird. CVI ist bei Kindern mit komplexen Behinderungen häufig und für die UK besonders wichtig: Symbole, Bildschirmaufbau und Ansteuerung müssen visuell angepasst werden – etwa durch klare Kontraste, reduzierte Reize, größere Felder und gleichbleibende Positionen.
Quelle: Roman-Lantzy, C. (2018). Cortical Visual Impairment.
CVI heißt: Das Gehirn kann das Gesehene nicht gut verarbeiten.
Die Augen selbst sind oft gesund.
Bilder müssen dann besonders klar und einfach sein.
Direkte Selektion ▼
Bei der direkten Selektion wählt die Person das gewünschte Zielfeld unmittelbar aus – durch Tippen mit dem Finger, Zeigen mit einem Stift, Kopfstab oder durch den Blick (Augensteuerung). Direkte Selektion ist die schnellste Ansteuerungsmethode und wird bevorzugt eingesetzt, wenn die motorischen Fähigkeiten dies zulassen.
Quelle: Beukelman, D. & Light, J. (2020). Augmentative & Alternative Communication.
Man tippt direkt auf das Feld, das man will.
Das geht mit dem Finger oder mit den Augen.
Oder mit einem besonderen Stift.
Das ist die schnellste Art.
Dwell / Verweilen ▼
Dwell (Verweilen) ist eine Auslösemethode bei der Augensteuerung. Die Person schaut für eine einstellbare Zeitdauer (z. B. 0,5–1,5 Sekunden) auf ein bestimmtes Feld, um es auszuwählen. Diese Methode ermöglicht eine Bedienung ohne jede körperliche Bewegung außer den Augen. Die Verweildauer kann individuell angepasst werden.
Quelle: Beukelman, D. & Light, J. (2020). Augmentative & Alternative Communication.
Man schaut eine kurze Zeit auf ein Feld.
Dann wird das Feld ausgewählt.
Das nennt man Verweilen.
Man kann einstellen, wie lange man schauen muss.
Dynamisches Display ▼
Ein dynamisches Display ist ein Bildschirm, der verschiedene Seiten und Ebenen von Symbolen anzeigen kann. Durch Drücken eines Feldes kann man zu weiteren Seiten navigieren und so auf einen großen Wortschatz zugreifen. Dynamische Displays sind typisch für elektronische Kommunikationshilfen wie Tablets und Talker.
Quelle: Beukelman, D. & Light, J. (2020). Augmentative & Alternative Communication.
Ein dynamisches Display ist ein Bildschirm.
Der Bildschirm kann verschiedene Seiten zeigen.
Man kann von einer Seite zur nächsten blättern.
So findet man viele verschiedene Wörter.
Dysarthrie / Anarthrie ▼
Dysarthrie ist eine Störung der Sprechmotorik: Die am Sprechen beteiligten Muskeln sind in Kraft, Tempo oder Koordination beeinträchtigt – etwa bei Zerebralparese, ALS oder nach einem Schlaganfall. Bei einer Anarthrie ist verständliches Sprechen gar nicht möglich. Sprachverständnis und Denken sind dabei nicht grundsätzlich betroffen. UK ergänzt oder ersetzt das Sprechen, zum Beispiel durch Sprachausgabegeräte.
Quelle: Beukelman, D. & Light, J. (2020). Augmentative & Alternative Communication.
Dysarthrie heißt: Die Sprech-Muskeln arbeiten nicht gut.
Das Sprechen ist schwer zu verstehen.
Anarthrie heißt: Sprechen geht gar nicht.
Ein Gerät kann beim Sprechen helfen.
Eingliederungshilfe ▼
Die Eingliederungshilfe ist eine Sozialleistung nach dem SGB IX, die Menschen mit Behinderungen den Zugang zu Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglichen soll. Sie umfasst Leistungen zur Teilhabe an Bildung, Arbeit und sozialem Leben. Für UK-Nutzer kann die Eingliederungshilfe die Kosten für Kommunikationshilfen und Assistenz übernehmen.
Quelle: Sozialgesetzbuch Neuntes Buch (SGB IX).
Eingliederungshilfe ist Geld vom Staat.
Das Geld hilft Menschen mit Behinderung.
Zum Beispiel für ein Kommunikationsgerät.
Oder für Hilfe im Alltag.
Emergent Literacy ▼
Emergent Literacy (aufkommende Literalität) beschreibt die frühesten Erfahrungen eines Menschen mit Schrift – noch bevor er konventionell lesen und schreiben kann. Dazu gehören das Anschauen von Büchern, das Erkennen von Logos, erste Kritzelversuche und das spielerische Experimentieren mit Buchstaben.
Quelle: Erickson, K. & Koppenhaver, D. (2020). Comprehensive Literacy for All.
Schon kleine Kinder lernen etwas über Buchstaben.
Das passiert bevor sie richtig lesen können.
Zum Beispiel: Bücher anschauen oder Zeichen erkennen.
Das nennt man Emergent Literacy.
Erickson, Karen ▼
Karen Erickson ist eine US-amerikanische Forscherin und Professorin an der University of North Carolina. Sie ist eine führende Expertin für Literacy-Förderung bei Menschen mit erheblichen Behinderungen. Gemeinsam mit David Koppenhaver entwickelte sie den Ansatz „Comprehensive Literacy for All“, der weltweit als Referenz für inklusive Lese- und Schreibförderung gilt.
Quelle: Erickson, K. & Koppenhaver, D. (2020). Comprehensive Literacy for All.
Karen Erickson ist eine Forscherin aus den USA.
Sie weiß viel über Lesen und Schreiben lernen.
Sie sagt: Alle Menschen können lesen und schreiben lernen.
Erprobung ▼
Die Erprobung ist ein wichtiger Schritt der Hilfsmittelversorgung: Vor der Beantragung wird die Kommunikationshilfe mit der Person getestet – in der Beratung und möglichst auch leihweise im Alltag. Die Erprobung zeigt, ob Gerät, Vokabular und Ansteuerung zu den Fähigkeiten und Bedürfnissen passen, und liefert die Begründung für den Antrag bei der Krankenkasse.
Quelle: Gesellschaft für Unterstützte Kommunikation e.V. (GesUK).
Vor dem Antrag testet man das Gerät.
Man probiert es im Alltag aus.
So sieht man: Passt das Gerät?
Das hilft beim Antrag bei der Krankenkasse.
E-Tran-Rahmen / Augenzeigetafel ▼
Ein E-Tran-Rahmen (Eye Transfer) ist eine durchsichtige Tafel aus Acrylglas, auf der Symbole, Buchstaben oder Farbfelder angeordnet sind. Die Gesprächspartner sitzen sich gegenüber: Die nutzende Person schaut das gewünschte Feld an, das Gegenüber liest die Blickrichtung durch die Tafel ab. E-Tran-Rahmen sind eine bewährte nicht-elektronische Form der Augenkommunikation – auch als Ersatz, wenn die elektronische Augensteuerung einmal ausfällt.
Quelle: Beukelman, D. & Light, J. (2020). Augmentative & Alternative Communication.
Ein E-Tran ist eine durchsichtige Tafel.
Darauf sind Bilder oder Buchstaben.
Man schaut ein Feld an.
Der andere liest den Blick ab.
Feature Matching ▼
Feature Matching ist ein systematischer Prozess, bei dem die Fähigkeiten und Bedürfnisse einer Person mit den Eigenschaften verschiedener Kommunikationshilfen abgeglichen werden. Ziel ist es, das am besten passende Hilfsmittel zu finden. Dabei werden motorische, kognitive, sensorische und kommunikative Fähigkeiten berücksichtigt.
Quelle: Beukelman, D. & Light, J. (2020). Augmentative & Alternative Communication.
Man schaut: Was kann die Person?
Und: Welches Gerät passt am besten?
Man vergleicht die Fähigkeiten mit den Geräten.
So findet man das richtige Hilfsmittel.
Fringe-Vokabular ▼
Fringe-Vokabular (Randvokabular) umfasst situationsspezifische Wörter, die nur in bestimmten Kontexten relevant sind. Es macht etwa 20% der alltäglichen Kommunikation aus. Beispiele sind Namen von Personen, Lebensmittel, Schulfächer oder Hobbys. Ein gutes UK-System kombiniert Kernvokabular mit individuellem Fringe-Vokabular.
Quelle: Boenisch, J. & Sachse, S. (Universität zu Köln). Kernvokabular-Forschung.
Fringe-Vokabular sind besondere Wörter.
Man braucht sie nur in bestimmten Situationen.
Zum Beispiel: Pizza, Fußball, Oma.
Sie machen einen kleinen Teil der Sprache aus.
Gebärden ▼
Gebärden sind Handzeichen, die zur Kommunikation eingesetzt werden. In der UK werden vereinfachte Gebärden (lautsprachbegleitende oder lautsprachunterstützende Gebärden) verwendet, um gesprochene Sprache sichtbar zu machen. Die Deutsche Gebärdensprache (DGS) ist dagegen eine eigenständige, vollwertige Sprache. In der UK kommen meist Gebärdensammlungen wie „Schau doch meine Hände an“ oder „GuK“ zum Einsatz.
Quelle: Gesellschaft für Unterstützte Kommunikation e.V. (GesUK).
Gebärden sind Zeichen mit den Händen.
Man kann damit Wörter zeigen.
Zum Beispiel zeigt man „trinken“ oder „essen“ mit den Händen.
Gebärdenunterstützte Kommunikation (GuK) ▼
Gebärdenunterstützte Kommunikation (GuK) ist ein System, bei dem Schlüsselbegriffe der gesprochenen Sprache durch Gebärden begleitet werden. Anders als in der Gebärdensprache wird nicht jedes Wort gebärdet, sondern nur die bedeutungstragenden Wörter. GuK wurde von Etta Wilken entwickelt – ursprünglich für Kinder mit Down-Syndrom – und unterstützt das Sprachverständnis und die Sprachentwicklung.
Quelle: Gesellschaft für Unterstützte Kommunikation e.V. (GesUK).
Bei GuK zeigt man Gebärden beim Sprechen.
Man gebärdet nur die wichtigen Wörter.
Das hilft beim Verstehen.
Zum Beispiel zeigt man „trinken“ mit den Händen.
Genehmigungsfiktion ▼
Die Genehmigungsfiktion (§ 13 Abs. 3a SGB V) schützt Versicherte vor langen Wartezeiten: Die Krankenkasse muss über einen Antrag innerhalb von drei Wochen entscheiden – wird der Medizinische Dienst eingeschaltet, innerhalb von fünf Wochen. Hält sie die Frist nicht ein, ohne rechtzeitig einen hinreichenden Grund mitzuteilen, gilt die beantragte Leistung als genehmigt – Versicherte dürfen sie sich dann selbst beschaffen und die Kosten erstatten lassen.
Quelle: Sozialgesetzbuch Fünftes Buch (SGB V), § 13 Abs. 3a.
Die Krankenkasse muss schnell antworten.
Sie hat 3 Wochen Zeit.
Mit einem Gutachten hat sie 5 Wochen Zeit.
Antwortet sie zu spät, gilt der Antrag als angenommen.
Sie dürfen das Hilfsmittel dann selbst kaufen.
Die Kasse muss das Geld zurückzahlen.
Gestützte Kommunikation (FC) ▼
Gestützte Kommunikation (Facilitated Communication, FC) ist eine umstrittene Methode, bei der eine Stützperson Hand oder Arm der Person beim Zeigen oder Tippen stützt. Trotz des ähnlichen Namens ist FC nicht mit Unterstützter Kommunikation (UK) zu verwechseln: In kontrollierten Studien stammten die Aussagen wiederholt von der stützenden Person – meist unbewusst. Fachgesellschaften wie ISAAC und ASHA raten deshalb von FC ab. UK setzt dagegen auf eigenständige, selbstgesteuerte Kommunikation.
Quelle: ISAAC (2014). Position Statement on Facilitated Communication.
Bei FC führt ein Helfer die Hand beim Tippen.
Forscher haben FC geprüft.
Oft schreibt der Helfer mit, ohne es zu merken.
Darum raten Fachleute von FC ab.
UK ist etwas anderes: Da kommuniziert man selbst.
GesUK ▼
GesUK steht für Gesellschaft für Unterstützte Kommunikation e.V. Sie ist der deutschsprachige Fachverband für UK und organisiert Tagungen, Fortbildungen und veröffentlicht die Fachzeitschrift „Unterstützte Kommunikation“. Die GesUK wurde 1990 gegründet und ist die deutschsprachige Sektion von ISAAC (Deutschland, Österreich, Schweiz).
Quelle: Gesellschaft für Unterstützte Kommunikation e.V. (GesUK). gesellschaft-uk.org
Die GesUK ist ein Verein für Unterstützte Kommunikation.
Er ist für Deutschland, Österreich und die Schweiz.
Er macht Fortbildungen und Tagungen.
GKV-Spitzenverband ▼
Der GKV-Spitzenverband ist der Dachverband der gesetzlichen Krankenversicherungen in Deutschland. Er erstellt und pflegt das Hilfsmittelverzeichnis, in dem auch Kommunikationshilfen (Produktgruppe 16) gelistet sind. Der GKV-Spitzenverband legt die Anforderungen und Qualitätsstandards für Hilfsmittel fest.
Quelle: GKV-Spitzenverband. gkv-spitzenverband.de
Der GKV-Spitzenverband ist der Chef der Krankenkassen.
Er macht eine Liste mit Hilfsmitteln.
Kommunikationsgeräte stehen auch auf der Liste.
Die Krankenkassen bezahlen Geräte von der Liste.
Grid ▼
Grid ist eine Kommunikationssoftware der Firma Smartbox. Sie läuft auf Windows-Computern und iPads und wird häufig als Kommunikationshilfe für Menschen mit Sprach- und Motorikeinschränkungen eingesetzt. Grid unterstützt verschiedene Ansteuerungsarten wie Touch, Augensteuerung und Scanning und enthält eine Vielzahl an Vokabularen.
Quelle: Smartbox Assistive Technology. grid.thinksmartbox.com
Grid ist ein Programm für den Computer.
Mit Grid kann man kommunizieren.
Man kann es mit den Augen, den Fingern oder mit Tastern benutzen.
Head-Tracking ▼
Head-Tracking (Kopfsteuerung) ist eine Ansteuerungsmethode, bei der Kopfbewegungen von einer Kamera erfasst und in Mausbewegungen auf dem Bildschirm umgesetzt werden. Häufig dient ein kleiner Reflektorpunkt am Kopf oder an der Brille als Orientierungspunkt; moderne kamerabasierte Systeme erkennen Kopfbewegungen auch ohne Marker. Head-Tracking ist eine Alternative zur Augensteuerung für Personen mit ausreichender Kopfkontrolle.
Quelle: Beukelman, D. & Light, J. (2020). Augmentative & Alternative Communication.
Man kann den Computer mit dem Kopf steuern.
Eine Kamera schaut, wohin der Kopf sich bewegt.
So kann man den Mauszeiger bewegen.
Das ist eine andere Art als Augensteuerung.
High-Tech-Kommunikationshilfe ▼
High-Tech-Kommunikationshilfen sind elektronische Systeme mit Sprachausgabe, dynamischem Display und umfangreichen Funktionen. Dazu gehören spezialisierte Kommunikationsgeräte (Talker) und Tablets mit Kommunikationssoftware. Sie bieten großen Wortschatz, verschiedene Ansteuerungsmöglichkeiten und zusätzliche Funktionen wie Umfeldsteuerung.
Quelle: Beukelman, D. & Light, J. (2020). Augmentative & Alternative Communication.
High-Tech-Hilfen sind elektronische Geräte.
Sie können sprechen.
Sie haben einen Bildschirm mit vielen Wörtern.
Man kann sie mit den Augen oder den Fingern bedienen.
Hilfsmittelberatung ▼
Hilfsmittelberatung ist eine fachliche Beratung zur Auswahl geeigneter Kommunikationshilfen. Sie wird von spezialisierten Beratungsstellen, Hilfsmittelfirmen oder UK-Fachkräften durchgeführt. Dabei werden die individuellen Fähigkeiten und Bedürfnisse der Person erfasst und passende Hilfsmittel erprobt und empfohlen.
Quelle: Gesellschaft für Unterstützte Kommunikation e.V. (GesUK).
Bei der Hilfsmittelberatung bekommt man Hilfe.
Fachleute schauen: Welches Gerät passt?
Man kann verschiedene Geräte ausprobieren.
Am Ende wählt man das beste Gerät aus.
Hilfsmittel-Richtlinie ▼
Die Hilfsmittel-Richtlinie ist eine Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA), die regelt, unter welchen Voraussetzungen Hilfsmittel verordnet werden dürfen. Sie legt fest, welche medizinischen Indikationen vorliegen müssen und welche Anforderungen an die ärztliche Verordnung gestellt werden.
Quelle: Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA). Hilfsmittel-Richtlinie.
Die Hilfsmittel-Richtlinie ist eine Regel.
Sie sagt, wann ein Arzt ein Hilfsmittel verschreiben darf.
Ein Hilfsmittel ist zum Beispiel ein Kommunikationsgerät.
Der Arzt muss aufschreiben, warum man es braucht.
Hilfsmittelverzeichnis ▼
Das Hilfsmittelverzeichnis ist eine offizielle Liste des GKV-Spitzenverbandes, in der erstattungsfähige medizinische Hilfsmittel aufgeführt sind. Das Verzeichnis ist keine abschließende Liste – auch nicht gelistete Hilfsmittel können im Einzelfall übernommen werden (st. Rspr. des BSG). Kommunikationshilfen fallen unter die Produktgruppe 16. Wenn ein Hilfsmittel im Verzeichnis gelistet ist, übernehmen die Krankenkassen in der Regel die Kosten nach ärztlicher Verordnung.
Quelle: GKV-Spitzenverband. Hilfsmittelverzeichnis, Produktgruppe 16.
Es gibt eine Liste mit Hilfsmitteln.
Auf der Liste stehen viele Hilfsmittel.
Die Kasse kann auch Hilfsmittel bezahlen, die nicht auf der Liste stehen.
Kommunikationsgeräte stehen auch auf der Liste.
ICF ▼
Die ICF (Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit) ist ein Klassifikationssystem der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Sie betrachtet Behinderung nicht nur als medizinisches Problem, sondern berücksichtigt auch Umweltfaktoren und Teilhabe. Die ICF dient als Grundlage für die Bedarfsermittlung und Teilhabeplanung.
Quelle: WHO. International Classification of Functioning, Disability and Health (ICF).
Die ICF ist ein System der Weltgesundheitsorganisation.
Sie beschreibt, was Menschen können und was schwer ist.
Sie schaut auch auf die Umgebung.
Zum Beispiel: Gibt es gute Hilfsmittel?
ICH-Buch ▼
Ein ICH-Buch ist ein persönliches Kommunikationsbuch, das wichtige Informationen über eine Person enthält: Name, Familie, Vorlieben, Abneigungen, wichtige Personen und alltägliche Routinen. Es hilft neuen Kommunikationspartnern, die Person schnell kennenzulernen.
Quelle: Gesellschaft für Unterstützte Kommunikation e.V. (GesUK).
Das ICH-Buch ist ein Buch über mich.
Darin steht, wer ich bin und was ich mag.
Andere können mich so besser kennenlernen.
Indirekte Selektion ▼
Bei der indirekten Selektion werden die verfügbaren Optionen nacheinander präsentiert, und die Person bestätigt die gewünschte Auswahl. Die bekannteste Form ist das Scanning, bei dem Felder automatisch hervorgehoben werden. Indirekte Selektion wird eingesetzt, wenn direkte Selektion aufgrund motorischer Einschränkungen nicht möglich ist.
Quelle: Beukelman, D. & Light, J. (2020). Augmentative & Alternative Communication.
Die Felder werden nacheinander angezeigt.
Wenn das richtige Feld kommt, drückt man einen Taster.
Das ist langsamer als direktes Tippen.
Aber es hilft, wenn man die Hände nicht gut bewegen kann.
Inklusion ▼
Inklusion bedeutet die gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen am gesellschaftlichen Leben – unabhängig von Behinderung, Herkunft oder anderen Merkmalen. In der UK bedeutet Inklusion, dass Menschen mit Kommunikationseinschränkungen die gleichen Möglichkeiten zur Teilhabe an Bildung, Arbeit und Freizeit erhalten.
Quelle: UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK).
Inklusion heißt: Alle gehören dazu.
Niemand wird ausgeschlossen.
Alle Menschen können mitmachen.
Egal ob mit oder ohne Behinderung.
ISAAC ▼
ISAAC steht für International Society for Augmentative and Alternative Communication. Es ist die internationale Fachgesellschaft für Unterstützte Kommunikation mit Mitgliedern in über 50 Ländern. ISAAC organisiert Kongresse, veröffentlicht Fachzeitschriften und fördert den weltweiten Austausch.
Quelle: ISAAC – isaac-online.org
ISAAC ist ein Verein für Unterstützte Kommunikation.
Der Verein ist auf der ganzen Welt tätig.
Er hilft, dass Menschen besser kommunizieren können.
Ja/Nein-Signale ▼
Ja/Nein-Signale sind vereinbarte körpereigene Zeichen für Zustimmung und Ablehnung – zum Beispiel Nicken, Blick nach oben, Hand heben oder ein Laut. Sichere Ja/Nein-Signale sind oft der erste Schritt in der UK: Sie ermöglichen Mitbestimmung in fast jeder Situation und sind die Grundlage für partner-assistiertes Scanning. Wichtig ist, dass alle Bezugspersonen die Signale kennen und gleich deuten.
Quelle: Gesellschaft für Unterstützte Kommunikation e.V. (GesUK).
Man vereinbart ein Zeichen für Ja.
Und ein Zeichen für Nein.
Zum Beispiel: Nicken heißt Ja.
So kann man bei vielem mitbestimmen.
Kalibrierung ▼
Die Kalibrierung stimmt eine Augensteuerung auf die Augen der nutzenden Person ab: Die Person folgt mit dem Blick einigen Punkten auf dem Bildschirm, und die Kamera lernt daraus die individuellen Blickmerkmale. Eine gute Kalibrierung ist die Voraussetzung für präzises Auswählen. Moderne Systeme bieten vereinfachte Verfahren (zum Beispiel mit nur einem Punkt) oder arbeiten zur Not mit einer Standard-Kalibrierung.
Quelle: Beukelman, D. & Light, J. (2020). Augmentative & Alternative Communication.
Die Augensteuerung muss die Augen kennenlernen.
Man schaut dafür auf Punkte auf dem Bildschirm.
Danach klappt das Auswählen genauer.
Kernvokabular ▼
Kernvokabular bezeichnet die häufigsten Wörter einer Sprache, die unabhängig vom Thema in nahezu jeder Kommunikation vorkommen. Etwa 200–300 Wörter machen ca. 80 % der Alltagssprache aus. Dazu gehören Wörter wie „ich“, „will“, „nicht“, „mehr“, „da“.
Quelle: Boenisch, J. & Sachse, S. (Universität zu Köln). Kernvokabular-Forschung.
Es gibt Wörter, die man sehr oft benutzt.
Zum Beispiel: ich, will, nicht, mehr, da.
Diese Wörter heißen Kernvokabular.
Sie machen den größten Teil der Sprache aus.
Kodierung ▼
Kodierung ist eine Ansteuerungsmethode, bei der Auswahlen mittels vereinbarter Codes erfolgen – zum Beispiel Farben, Zahlen oder Buchstaben. Die Person wählt zuerst eine Farbe und dann eine Zahl, um ein bestimmtes Feld zu erreichen. Kodierung reduziert die Anzahl der sichtbaren Felder und kann für Personen mit eingeschränkter Motorik hilfreich sein.
Quelle: Beukelman, D. & Light, J. (2020). Augmentative & Alternative Communication.
Bei der Kodierung benutzt man Farben oder Zahlen.
Man wählt zuerst eine Farbe.
Dann wählt man eine Zahl.
So findet man das richtige Wort.
Kommunikationsanbahnung ▼
Kommunikationsanbahnung bezeichnet die Anbahnung erster kommunikativer Erfahrungen bei Menschen, die noch keine oder kaum bewusste Kommunikation zeigen. Ziel ist es, grundlegende Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge zu vermitteln und erste intentionale Kommunikationshandlungen zu ermöglichen.
Quelle: Gesellschaft für Unterstützte Kommunikation e.V. (GesUK).
Manche Menschen kommunizieren noch nicht bewusst.
Sie lernen erst, dass sie etwas bewirken können.
Zum Beispiel: Ich drücke einen Knopf und es passiert etwas.
Das ist der Anfang der Kommunikation.
Kommunikationsbuch ▼
Ein Kommunikationsbuch ist eine nicht-elektronische Sammlung von Symbolseiten, die in einem Ordner oder Heft zusammengefasst sind. Es enthält verschiedene Themenseiten mit Symbolen, Fotos oder Schrift und dient als umfassende Low-Tech-Kommunikationshilfe. Kommunikationsbücher sind robust, benötigen keinen Strom und sind jederzeit einsatzbereit.
Quelle: Gesellschaft für Unterstützte Kommunikation e.V. (GesUK).
Ein Kommunikationsbuch hat viele Seiten mit Bildern.
Man zeigt auf die Bilder und kommuniziert.
Es braucht keinen Strom.
Man kann es überall mitnehmen.
Kommunikationsförderung ▼
Kommunikationsförderung ist ein pädagogisch-therapeutischer Ansatz zur Entwicklung und Verbesserung der kommunikativen Fähigkeiten. Sie umfasst die gezielte Förderung von Sprachverständnis, Ausdrucksfähigkeit, Gesprächsführung und den Umgang mit Kommunikationshilfen im Alltag.
Quelle: Gesellschaft für Unterstützte Kommunikation e.V. (GesUK).
Kommunikationsförderung heißt:
Man lernt besser zu kommunizieren.
Fachleute helfen dabei.
Man übt im Alltag.
Kommunikationshilfe ▼
Eine Kommunikationshilfe ist ein Hilfsmittel, das Menschen ohne oder mit eingeschränkter Lautsprache bei der Kommunikation unterstützt. Dazu gehören elektronische Hilfen wie sprechende Computer (Talker), Tablets mit Kommunikationssoftware und einfache Geräte mit Sprachausgabe ebenso wie nicht-elektronische Hilfen, etwa Kommunikationstafeln und -bücher. Kommunikationshilfen fallen im Hilfsmittelverzeichnis unter die Produktgruppe 16.
Quelle: GKV-Spitzenverband. Hilfsmittelverzeichnis, Produktgruppe 16.
Eine Kommunikationshilfe hilft beim Sprechen.
Das kann ein sprechendes Gerät sein.
Oder eine Tafel mit Bildern.
Die Krankenkasse kann das bezahlen.
Kommunikationspartner ▼
Ein Kommunikationspartner ist jede Person, die mit einer UK-nutzenden Person kommuniziert – zum Beispiel Eltern, Lehrkräfte, Therapeuten, Assistenzen oder Freunde. Kommunikationspartner spielen eine zentrale Rolle: Sie modellieren die Nutzung des Geräts, geben Zeit zum Antworten und schaffen Gelegenheiten zur Kommunikation.
Quelle: Light, J. & McNaughton, D. (2014). Communicative Competence for Individuals who require AAC.
Ein Kommunikationspartner ist die Person, mit der man spricht.
Das können Eltern, Lehrer oder Freunde sein.
Sie helfen beim Benutzen des Geräts.
Kommunikationspass ▼
Ein Kommunikationspass ist ein kurzes, persönliches Dokument, das in Ich-Form beschreibt, wie eine Person kommuniziert und wie man sie dabei unterstützt: Wie sage ich Ja und Nein? Welche Hilfsmittel nutze ich? Was sollten neue Gesprächspartner wissen? Anders als das ausführlichere ICH-Buch ist der Pass bewusst kompakt und richtet sich vor allem an neue oder fremde Kommunikationspartner, etwa im Krankenhaus.
Quelle: Millar, S. (CALL Scotland). Personal Communication Passports.
Der Kommunikationspass ist ein kleines Heft über mich.
Darin steht: So kommuniziere ich.
Und: So kannst du mir helfen.
Neue Menschen können das schnell lesen.
Kommunikationstafel ▼
Eine Kommunikationstafel ist ein nicht-elektronisches Hilfsmittel, auf dem Symbole, Bilder oder Buchstaben angeordnet sind. Die Person zeigt auf das gewünschte Feld, um zu kommunizieren. Kommunikationstafeln sind einfach herzustellen, kostengünstig und benötigen keinen Strom.
Quelle: Gesellschaft für Unterstützte Kommunikation e.V. (GesUK).
Eine Kommunikationstafel ist eine Tafel mit Bildern.
Man zeigt auf ein Bild und sagt damit etwas.
Die Tafel braucht keinen Strom.
Man kann sie leicht selbst machen.
Kommunikative Funktionen ▼
Kommunikative Funktionen beschreiben die verschiedenen Zwecke, für die Menschen kommunizieren: Bitten, Ablehnen, Kommentieren, Fragen stellen, Gefühle ausdrücken, Informationen teilen, soziale Nähe herstellen und mehr. Ein gutes UK-System sollte möglichst viele kommunikative Funktionen ermöglichen.
Quelle: Light, J. & McNaughton, D. (2014). Communicative Competence for Individuals who require AAC.
Man kommuniziert aus verschiedenen Gründen.
Zum Beispiel: etwas wünschen oder ablehnen.
Oder: eine Frage stellen oder erzählen.
Ein gutes Gerät unterstützt alle diese Gründe.
Kommunikative Kompetenz ▼
Kommunikative Kompetenz nach Janice Light umfasst vier Domänen: linguistische Kompetenz (Sprache und Symbole verstehen und nutzen), operative Kompetenz (das Gerät technisch bedienen können), soziale Kompetenz (Gesprächsregeln kennen und anwenden) und strategische Kompetenz (Lösungswege finden, wenn die Kommunikation schwierig wird).
Quelle: Light, J. & McNaughton, D. (2014). Communicative Competence for Individuals who require AAC.
Man braucht verschiedene Fähigkeiten zum Kommunizieren.
Man muss die Wörter kennen.
Man muss das Gerät bedienen können.
Man muss wissen, wie ein Gespräch funktioniert.
Und man muss Lösungen finden, wenn es schwierig wird.
Komplexe Kommunikationsbedürfnisse ▼
Der Begriff „Komplexe Kommunikationsbedürfnisse“ (Complex Communication Needs, CCN) ist der aktuelle Fachbegriff für die Zielgruppe der Unterstützten Kommunikation. Er ersetzt ältere Begriffe wie „nicht sprechend“ und betont, dass die Bedürfnisse vielfältig und komplex sind und individueller Lösungen bedürfen.
Quelle: Beukelman, D. & Light, J. (2020). Augmentative & Alternative Communication.
Manche Menschen haben besondere Bedürfnisse beim Kommunizieren.
Sie brauchen besondere Hilfe.
Jeder Mensch braucht andere Hilfe.
Das nennt man komplexe Kommunikationsbedürfnisse.
Koppenhaver, David ▼
David Koppenhaver ist ein US-amerikanischer Forscher und Professor an der Appalachian State University. Er ist spezialisiert auf Literacy-Förderung bei Menschen mit Behinderungen. Gemeinsam mit Karen Erickson entwickelte er das Konzept „Comprehensive Literacy for All“, das einen umfassenden Zugang zu Lesen und Schreiben für alle Menschen fordert.
Quelle: Erickson, K. & Koppenhaver, D. (2020). Comprehensive Literacy for All.
David Koppenhaver ist ein Forscher aus den USA.
Er forscht über Lesen und Schreiben bei Behinderung.
Er sagt: Alle Menschen können lesen und schreiben lernen.
LAMP ▼
LAMP steht für Language Acquisition through Motor Planning und ist ein therapeutischer Ansatz zur Sprachentwicklung mit UK-Geräten. LAMP kombiniert die Prinzipien der motorischen Planung mit der semantischen Kompaktierung (Minspeak). Jedes Wort hat einen festen motorischen Pfad, der durch Wiederholung automatisiert wird.
Quelle: Prentke Romich Company. aacandautism.com/lamp
LAMP ist eine Methode zum Sprachenlernen mit dem Gerät.
Jedes Wort hat einen festen Weg auf dem Gerät.
Man lernt den Weg durch Üben.
Mit der Zeit geht es immer schneller.
Lautsprachunterstützende Gebärden (LUG) ▼
Lautsprachunterstützende Gebärden (LUG) begleiten das Sprechen mit Gebärden für die Schlüsselwörter eines Satzes – nicht jedes Wort wird gebärdet. Davon unterschieden werden lautsprachbegleitende Gebärden (LBG), bei denen jedes Wort parallel zur Lautsprache gebärdet wird. In der UK werden meist LUG eingesetzt, zum Beispiel mit Sammlungen wie „Schau doch meine Hände an“ oder GuK, um Sprachverständnis und Sprachentwicklung zu unterstützen.
Quelle: Gesellschaft für Unterstützte Kommunikation e.V. (GesUK).
Man spricht und zeigt dazu Gebärden.
Man gebärdet nur die wichtigen Wörter.
Das hilft beim Verstehen.
Light, Janice ▼
Janice Light ist eine kanadisch-amerikanische Forscherin und Professorin an der Penn State University. Sie prägte maßgeblich das Konzept der kommunikativen Kompetenz in der UK mit ihren vier Domänen (linguistisch, operativ, sozial, strategisch). Zusammen mit David Beukelman verfasste sie das Standardwerk der UK-Forschung.
Quelle: Light, J. & McNaughton, D. (2014). Communicative Competence for Individuals who require AAC.
Janice Light ist eine wichtige Forscherin.
Sie hat beschrieben, was man zum Kommunizieren braucht.
Sie hat ein bekanntes Buch über UK geschrieben.
Literacy ▼
Literacy (Literalität) umfasst alle Lese- und Schreibfähigkeiten eines Menschen – auch Teilfähigkeiten. In der UK bedeutet Literacy, dass bereits das Erkennen einzelner Buchstaben, das Verstehen von Symbolen oder das Nutzen eines ABC-Bereichs als wertvolle Literacy-Fähigkeiten anerkannt werden. Literacy ist kein Alles-oder-Nichts-Konzept.
Quelle: Erickson, K. & Koppenhaver, D. (2020). Comprehensive Literacy for All.
Literacy heißt: Lesen und Schreiben können.
Auch ein bisschen lesen und schreiben zählt dazu.
Zum Beispiel: Einen Buchstaben erkennen.
Jeder kleine Schritt ist Literacy.
Low-Tech-Kommunikationshilfe ▼
Low-Tech-Kommunikationshilfen sind nicht-elektronische Hilfsmittel wie Kommunikationstafeln, Kommunikationsbücher, Bildkarten oder Blick-ABCs. Sie benötigen keinen Strom, sind robust und kostengünstig. Low-Tech-Hilfen sind eine wichtige Ergänzung zu elektronischen Geräten und dienen als Backup, wenn die Technik ausfällt.
Quelle: Beukelman, D. & Light, J. (2020). Augmentative & Alternative Communication.
Low-Tech-Hilfen brauchen keinen Strom.
Zum Beispiel: Tafeln mit Bildern oder Bücher.
Sie funktionieren immer.
Sie sind gut als Ergänzung zum elektronischen Gerät.
McNaughton, David ▼
David McNaughton ist ein AAC-Forscher an der Penn State University. Er forscht zu Literacy und Unterstützter Kommunikation und hat gemeinsam mit Janice Light zahlreiche einflussreiche Publikationen zur kommunikativen Kompetenz und zur Lese- und Schreibförderung bei Menschen mit komplexen Kommunikationsbedürfnissen veröffentlicht.
Quelle: Light, J. & McNaughton, D. (2014). Communicative Competence for Individuals who require AAC.
David McNaughton ist ein Forscher aus den USA.
Er forscht über UK und Lesen.
Er arbeitet mit Janice Light zusammen.
Sie schreiben wichtige Bücher über UK.
MDK/MD ▼
Der Medizinische Dienst (MD, früher MDK) prüft im Auftrag der Krankenkassen die medizinische Notwendigkeit von Hilfsmitteln. Bei Kommunikationshilfen kann die Krankenkasse ein Gutachten des MD anfordern, bevor sie die Kosten übernimmt. Der MD beurteilt, ob das beantragte Hilfsmittel notwendig und wirtschaftlich ist.
Quelle: Medizinischer Dienst. md-bund.de
Der Medizinische Dienst prüft für die Krankenkasse.
Er schaut: Braucht die Person das Hilfsmittel wirklich?
Dann schreibt er einen Bericht.
Die Krankenkasse entscheidet dann.
METACOM ▼
METACOM ist ein weit verbreitetes Symbolsystem für die Unterstützte Kommunikation, entwickelt von Annette Kitzinger. Die Symbole zeichnen sich durch klare, gut erkennbare Darstellungen aus und werden in vielen Kommunikationshilfen, Büchern und Materialien im deutschsprachigen Raum verwendet.
Quelle: Kitzinger, A. METACOM Symbole. metacom-symbole.de
METACOM sind Bilder für Wörter.
Die Bilder sind klar und gut zu erkennen.
Viele Kommunikationsgeräte benutzen METACOM-Bilder.
Minspeak ▼
Minspeak ist ein System der semantischen Kompaktierung, das von Bruce Baker entwickelt wurde. Icons haben mehrere Bedeutungen und werden in Kombinationen verwendet, um Wörter darzustellen. Zum Beispiel kann ein Apfel-Icon für „essen“, „Obst“ oder „Hunger“ stehen, je nach Kombination. Minspeak ermöglicht schnellen Zugang zu einem großen Wortschatz bei gleichzeitig wenigen sichtbaren Feldern.
Quelle: Prentke Romich Company. minspeak.com
Minspeak ist eine besondere Art, Wörter zu finden.
Ein Bild kann verschiedene Dinge bedeuten.
Man kombiniert zwei Bilder für ein Wort.
So findet man viele Wörter mit wenigen Bildern.
Mirenda, Pat ▼
Pat Mirenda ist eine kanadische Forscherin und Ko-Autorin des Standardwerks „Augmentative and Alternative Communication: Supporting Children and Adults with Complex Communication Needs“. Sie hat maßgeblich zur Weiterentwicklung der UK-Forschung und -Praxis beigetragen, insbesondere im Bereich Autismus und UK.
Quelle: Beukelman, D. & Mirenda, P. Augmentative and Alternative Communication.
Pat Mirenda ist eine Forscherin aus Kanada.
Sie hat ein bekanntes Buch über UK geschrieben.
Sie forscht über UK und Autismus.
Modelling ▼
Modelling (Vorleben) bedeutet, dass Kommunikationspartner die Nutzung des UK-Systems aktiv vorleben. Sie zeigen auf Symbole und drücken Felder, während sie sprechen, um der UK-nutzenden Person zu demonstrieren, wie das System funktioniert. Modelling ist eine der wirksamsten Methoden, um den Umgang mit UK-Systemen zu erlernen.
Quelle: Beukelman, D. & Light, J. (2020). Augmentative & Alternative Communication.
Der Gesprächspartner macht es vor.
Er benutzt selbst das Gerät und zeigt auf die Bilder.
So lernt man, wie das Gerät funktioniert.
Modelling-Partner ▼
Ein Modelling-Partner ist eine Person, die UK aktiv vorlebt – also Symbole auf dem Kommunikationsgerät zeigt und drückt, während sie spricht. Modelling-Partner können Eltern, Lehrkräfte, Therapeuten oder Assistenzen sein. Ihre Aufgabe ist es, als sprachliches Vorbild zu dienen, damit die UK-nutzende Person durch Beobachtung lernt.
Quelle: Beukelman, D. & Light, J. (2020). Augmentative & Alternative Communication.
Ein Modelling-Partner ist jemand, der UK vormacht.
Er zeigt auf dem Gerät, wie man kommuniziert.
Das kann ein Elternteil oder ein Lehrer sein.
Motor Planning ▼
Motor Planning (motorische Planung) beschreibt das Erlernen von festen Bewegungspfaden zu Wörtern im Vokabular eines UK-Geräts. Wenn Symbole immer am gleichen Ort liegen, lernt die Person durch Wiederholung automatisierte Bewegungsmuster – ähnlich wie beim Tippen auf einer Tastatur. Deshalb sollte das Layout eines Vokabulars möglichst stabil bleiben.
Quelle: Beukelman, D. & Light, J. (2020). Augmentative & Alternative Communication.
Motor Planning heißt: Man lernt den Weg zu einem Wort.
Die Wörter sind immer am gleichen Platz.
So findet man sie schneller.
Das ist wie Tippen auf einer Tastatur.
Multimodale Kommunikation ▼
Multimodale Kommunikation bedeutet, dass eine Person verschiedene Kommunikationsformen gleichzeitig oder ergänzend nutzt: Lautsprache, Gesten, Mimik, Symbole, Schrift und technische Hilfsmittel. Kein Kommunikationsweg schließt einen anderen aus.
Quelle: Beukelman, D. & Light, J. (2020). Augmentative & Alternative Communication.
Man kann auf viele Arten kommunizieren.
Zum Beispiel mit Sprache, mit Gesten und mit dem Gerät.
Man kann alles zusammen benutzen.
Natürliche Sprachausgabe ▼
Natürliche Sprachausgabe verwendet aufgenommene menschliche Stimmen anstelle von computergenerierter Sprache. Nachrichten werden vorab von realen Personen eingesprochen und auf dem Gerät gespeichert. Der Vorteil ist eine natürlichere und persönlichere Klangqualität, jedoch ist der Wortschatz auf die aufgenommenen Nachrichten begrenzt.
Quelle: Beukelman, D. & Light, J. (2020). Augmentative & Alternative Communication.
Man kann echte Stimmen aufnehmen.
Das Gerät spielt dann die echte Stimme ab.
Das klingt natürlicher als eine Computerstimme.
Aber man kann nur die aufgenommenen Sätze sagen.
Partizipationsmodell ▼
Das Partizipationsmodell von Beukelman und Mirenda (erstmals 1988 beschrieben) ist ein systematisches Verfahren zur Analyse von Teilhabe-Barrieren bei Menschen, die UK nutzen. Es vergleicht, was eine Person in einer bestimmten Situation tun möchte, mit dem, was sie tatsächlich tun kann. Daraus werden Zugangs- und Gelegenheitsbarrieren identifiziert.
Quelle: Beukelman, D. & Light, J. (2020). Augmentative & Alternative Communication.
Man schaut: Was will die Person tun?
Und: Was kann sie tun?
Dann sucht man nach Hindernissen.
Und man findet Lösungen.
Partner-assistiertes Scanning ▼
Beim partner-assistierten Scanning präsentiert der Kommunikationspartner die verfügbaren Optionen mündlich oder visuell. Die Person gibt ein vereinbartes Zeichen (Blick, Laut, Bewegung), wenn die gewünschte Option genannt wird. Diese Methode funktioniert ohne Technik und eignet sich für Situationen, in denen kein elektronisches Gerät verfügbar ist.
Quelle: Beukelman, D. & Light, J. (2020). Augmentative & Alternative Communication.
Der Gesprächspartner sagt die Möglichkeiten nacheinander.
Wenn das Richtige kommt, gibt man ein Zeichen.
Zum Beispiel ein Blinzeln oder ein Nicken.
Man braucht dafür kein Gerät.
PCS (Picture Communication Symbols) ▼
PCS (Picture Communication Symbols) ist ein weit verbreitetes Symbolsystem von Tobii Dynavox (früher Mayer-Johnson). PCS-Symbole werden weltweit in Kommunikationshilfen, Tafeln und Materialien eingesetzt. Sie zeichnen sich durch einfache, klare Strichzeichnungen aus und umfassen Tausende von Symbolen für den Alltag.
Quelle: Tobii Dynavox. PCS Symbols.
PCS sind Bilder für Wörter.
Die Bilder sind einfach gezeichnet.
Viele Kommunikationsgeräte auf der ganzen Welt benutzen PCS.
PECS ▼
PECS (Picture Exchange Communication System) ist ein systematisches Kommunikationstraining, bei dem Personen lernen, Bildkarten an einen Kommunikationspartner zu übergeben, um einen Wunsch auszudrücken. PECS wurde von Andrew Bondy und Lori Frost entwickelt und wird häufig bei Kindern mit Autismus-Spektrum-Störungen eingesetzt.
Quelle: Bondy, A. & Frost, L. (1994). Picture Exchange Communication System (PECS).
PECS ist ein System mit Bildkarten.
Man gibt eine Bildkarte an jemanden.
Die Karte zeigt, was man möchte.
So kann man Wünsche zeigen.
Phonologische Bewusstheit ▼
Phonologische Bewusstheit ist die Fähigkeit, die Lautstruktur von Sprache zu erkennen und zu bearbeiten – zum Beispiel Reime zu erkennen, Wörter in Silben zu zerteilen oder den Anlaut eines Wortes zu benennen. Sie gilt als eine der wichtigsten Voraussetzungen für den Schriftspracherwerb und wird in der Literacy-Förderung gezielt geübt.
Quelle: Erickson, K. & Koppenhaver, D. (2020). Comprehensive Literacy for All.
Man hört, aus welchen Lauten ein Wort besteht.
Zum Beispiel: Haus reimt sich auf Maus.
Oder: Baum fängt mit B an.
Das hilft beim Lesenlernen.
PODD ▼
PODD steht für Pragmatic Organisation Dynamic Display und ist ein von Gayle Porter entwickeltes Vokabular-System, das nach kommunikativen Absichten organisiert ist – zum Beispiel „Ich erzähle etwas“ oder „Ich möchte etwas“. PODD gibt es als Kommunikationsbücher und als Software auf UK-Geräten. Charakteristisch sind die durchgängige Navigation und Partner-Strategien wie Modelling und partner-assistiertes Scanning. PODD ist auch auf Deutsch verfügbar.
Quelle: Porter, G. Pragmatic Organisation Dynamic Display (PODD).
PODD ist ein besonderes Kommunikations-Buch.
Es ist nach Absichten geordnet.
Zum Beispiel: Ich möchte etwas sagen.
Es gibt PODD auch auf dem Gerät.
Pragmatik ▼
Pragmatik bezeichnet den Gebrauch von Sprache im sozialen Kontext – also wie, wann und warum man etwas sagt. Dazu gehören Gesprächsregeln (z. B. abwechselnd sprechen), das Anpassen der Sprache an den Gesprächspartner und das Verstehen von indirekten Äußerungen. Pragmatische Fähigkeiten sind Teil der sozialen Kompetenz in der UK.
Quelle: Light, J. & McNaughton, D. (2014). Communicative Competence for Individuals who require AAC.
Pragmatik heißt: Wie benutzt man Sprache richtig?
Zum Beispiel: Man wartet, bis der andere fertig ist.
Man spricht anders mit einem Freund als mit einem Arzt.
Predictable Books ▼
Predictable Books (vorhersagbare Bücher) sind Bücher mit wiederkehrenden, vorhersagbaren Satzstrukturen und Wiederholungen. Sie eignen sich besonders gut für die Literacy-Förderung, weil die Person nach wenigen Seiten voraussagen kann, was als Nächstes kommt.
Quelle: Erickson, K. & Koppenhaver, D. (2020). Comprehensive Literacy for All.
Das sind Bücher mit sich wiederholenden Sätzen.
Man kann erraten, was als Nächstes kommt.
Das macht Spaß und hilft beim Lesenlernen.
Prentke Romich (PRD) ▼
Prentke Romich (PRD – Prentke Romich Deutschland) ist ein führender Anbieter elektronischer Kommunikationshilfen. Das Unternehmen entwickelt und vertreibt Geräte und Software auf Basis von Minspeak und bietet umfassende Beratung, Schulung und Service. PRD ist besonders bekannt für seine Accent-Geräte und die LAMP-Methode.
Quelle: Prentke Romich Deutschland. prentke-romich.de
Prentke Romich ist eine Firma für Kommunikationsgeräte.
Sie stellen besondere Geräte zum Sprechen her.
Die Geräte nutzen Minspeak.
Die Firma hilft auch bei der Beratung.
Presume Competence / Kompetenzannahme ▼
Presume Competence (Kompetenzannahme) ist ein Leitprinzip der UK: Man geht grundsätzlich davon aus, dass eine Person verstehen und lernen kann – auch wenn sie es (noch) nicht zeigen kann. Statt Fähigkeiten als Vorbedingung zu verlangen, erhält die Person Zugang zu Sprache, Schrift und altersgemäßer Ansprache. Das Prinzip folgt der „Annahme mit den am wenigsten gefährlichen Folgen“ (least dangerous assumption): Wenn wir uns irren, soll der Irrtum der Person möglichst wenig schaden.
Quelle: Donnellan, A. (1984). The Criterion of the Least Dangerous Assumption.
Man glaubt an die Person.
Man denkt: Sie kann verstehen und lernen.
Auch wenn man es noch nicht sieht.
So bekommt jeder eine echte Chance.
Produktgruppe 16 ▼
Produktgruppe 16 ist die Kategorie im Hilfsmittelverzeichnis der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), unter der Kommunikationshilfen geführt werden. Sie umfasst sowohl einfache Hilfsmittel als auch komplexe elektronische Geräte mit Sprachausgabe und Augensteuerung.
Quelle: GKV-Spitzenverband. Hilfsmittelverzeichnis, Produktgruppe 16.
Es gibt eine Nummer für Kommunikationsgeräte: 16.
Diese Nummer steht in einer Liste der Krankenkasse.
Die Kasse bezahlt das Gerät, wenn es medizinisch notwendig ist.
Randvokabular ▼
Randvokabular bezeichnet themenspezifische Wörter, die nur in bestimmten Kontexten verwendet werden – zum Beispiel Lebensmittel beim Essen, Schulfächer in der Schule oder Familienmitglieder zu Hause. Ein gutes Kommunikationssystem kombiniert Kern- und Randvokabular.
Quelle: Boenisch, J. & Sachse, S. (Universität zu Köln). Kernvokabular-Forschung.
Es gibt Wörter, die man nur manchmal braucht.
Zum Beispiel: Pizza, Mathe, Oma.
Diese Wörter heißen Randvokabular.
Sie passen zu bestimmten Themen.
Rehavista ▼
Rehavista ist ein deutsches Unternehmen, das sich auf Beratung und Versorgung im Bereich der Unterstützten Kommunikation spezialisiert hat. Rehavista bietet umfassende Hilfsmittelberatung, individuelle Anpassung von Kommunikationshilfen und Schulungen für Nutzer und deren Umfeld an.
Quelle: Rehavista GmbH. rehavista.de
Rehavista ist eine Firma in Deutschland.
Sie hilft bei der Auswahl von Kommunikationsgeräten.
Sie berät und schult die Nutzer.
Sie passt die Geräte an.
Reparaturstrategie ▼
Reparaturstrategien sind Techniken, die eingesetzt werden, wenn die Kommunikation scheitert oder ein Missverständnis entsteht. Dazu gehören das Wiederholen, Umformulieren, Buchstabieren, Zeigen auf einen anderen Bereich im Vokabular oder der Wechsel zu einer anderen Kommunikationsform. Reparaturstrategien gehören zur strategischen Kompetenz.
Quelle: Light, J. & McNaughton, D. (2014). Communicative Competence for Individuals who require AAC.
Manchmal versteht jemand nicht, was man sagt.
Dann kann man es noch einmal sagen.
Oder man sagt es mit anderen Wörtern.
Oder man zeigt auf etwas anderes.
Responsivität ▼
Responsivität beschreibt die Fähigkeit, feinfühlig und zeitnah auf Kommunikationsversuche einer anderen Person zu reagieren – auch auf sehr subtile Signale wie Blicke, Bewegungen oder Lautäußerungen. Responsives Verhalten zeigt der kommunizierenden Person, dass ihre Äußerungen wahrgenommen und ernst genommen werden. Es ist eine Schlüsselkompetenz für Kommunikationspartner.
Quelle: Beukelman, D. & Light, J. (2020). Augmentative & Alternative Communication.
Responsivität heißt: Man reagiert auf das, was jemand zeigt.
Auch auf ganz kleine Zeichen achten.
Zum Beispiel: Ein Blick oder eine Bewegung.
Man zeigt: Ich habe dich verstanden.
Sachse, Stefanie ▼
Stefanie Sachse ist eine deutsche Forscherin an der Universität zu Köln. Gemeinsam mit Jens Boenisch forscht sie zu Kernvokabular und Literacy in der Unterstützten Kommunikation. Ihre Arbeit hat maßgeblich dazu beigetragen, dass die Bedeutung von Kernvokabular im deutschsprachigen Raum anerkannt wurde.
Quelle: Boenisch, J. & Sachse, S. (Universität zu Köln). Kernvokabular-Forschung.
Stefanie Sachse ist eine Forscherin aus Köln.
Sie forscht über Kernvokabular und Lesen.
Sie hilft, dass UK besser wird.
Scanning ▼
Scanning ist eine Ansteuerungsmethode, bei der die auswählbaren Felder nacheinander hervorgehoben werden. Die Person drückt einen Taster (Switch), wenn das gewünschte Feld markiert ist. Beim automatischen Scanning wandert die Markierung von selbst weiter, beim Schritt-Scanning schaltet die Person sie selbst weiter. Scanning ermöglicht auch Menschen mit sehr eingeschränkter Motorik die Nutzung eines UK-Geräts.
Quelle: Beukelman, D. & Light, J. (2020). Augmentative & Alternative Communication.
Das Gerät zeigt die Felder nacheinander an.
Wenn das richtige Feld leuchtet, drückt man einen Taster.
So kann man das Gerät mit nur einem Taster bedienen.
Schritt-Scanning ▼
Beim Schritt-Scanning (auch manuelles Scanning) schaltet die nutzende Person die Markierung selbst weiter: Mit jedem Tasterdruck springt die Hervorhebung ein Feld vor. Ausgewählt wird mit einem zweiten Taster oder durch Verweilen auf dem Feld. Anders als beim automatischen Scanning bestimmt die Person das Tempo selbst – dafür sind mehr Tasterbetätigungen nötig.
Quelle: Beukelman, D. & Light, J. (2020). Augmentative & Alternative Communication.
Man drückt den Taster.
Die Markierung springt ein Feld weiter.
Beim richtigen Feld wählt man aus.
Man bestimmt das Tempo selbst.
Semantische Kompaktierung ▼
Semantische Kompaktierung ist das Prinzip hinter Minspeak: Icons mit Mehrfachbedeutungen werden kombiniert, um Wörter darzustellen. Jedes Icon trägt mehrere Bedeutungsebenen, und erst die Kombination von zwei oder mehr Icons ergibt ein bestimmtes Wort. So können mit wenigen Icons Tausende von Wörtern erreicht werden.
Quelle: Prentke Romich Company. minspeak.com
Ein Bild kann verschiedene Dinge bedeuten.
Man drückt zwei Bilder nacheinander.
So entsteht ein Wort.
Mit wenigen Bildern kann man viele Wörter machen.
SGB IX ▼
SGB IX steht für Sozialgesetzbuch Neuntes Buch – Rehabilitation und Teilhabe von Menschen mit Behinderungen. Es bündelt die Regelungen für Teilhabeleistungen, darunter die Eingliederungshilfe, und wurde durch das Bundesteilhabegesetz (BTHG) reformiert. Für die UK ist es wichtig, wenn Leistungen über die Krankenversicherung (SGB V) hinausgehen – etwa Assistenz oder Teilhabe an Bildung und Arbeit.
Quelle: Sozialgesetzbuch Neuntes Buch (SGB IX).
SGB 9 ist ein Gesetz.
Es regelt Hilfen zur Teilhabe.
Zum Beispiel: Hilfe in der Schule oder bei der Arbeit.
SGB V ▼
SGB V steht für Sozialgesetzbuch Fünftes Buch und regelt die gesetzliche Krankenversicherung in Deutschland. Es bildet die rechtliche Grundlage für die Versorgung mit Hilfsmitteln, einschließlich Kommunikationshilfen. Nach § 33 SGB V haben Versicherte Anspruch auf Hilfsmittel, die eine Behinderung ausgleichen oder eine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglichen.
Quelle: Sozialgesetzbuch Fünftes Buch (SGB V), § 33.
SGB V ist ein Gesetz über die Krankenkasse.
Das Gesetz sagt: Die Kasse bezahlt Hilfsmittel.
Auch Kommunikationsgeräte werden bezahlt.
Situationstafel ▼
Eine Situationstafel enthält Vokabular für eine bestimmte Situation – zum Beispiel für den Arztbesuch, das Essen, den Spielplatz oder die Schule. Sie ergänzt das allgemeine Vokabular um situationsspezifische Begriffe und wird als Randvokabular dem Kernvokabular hinzugefügt.
Quelle: Gesellschaft für Unterstützte Kommunikation e.V. (GesUK).
Eine Situationstafel hat Wörter für eine bestimmte Situation.
Zum Beispiel: Wörter für den Arztbesuch.
Oder Wörter für den Spielplatz.
So hat man immer die passenden Wörter.
Smartbox/Thinksmartbox ▼
Smartbox (Thinksmartbox) ist ein britisches Unternehmen und Hersteller der Grid-Software, einer der am weitesten verbreiteten Kommunikationssoftwares weltweit. Smartbox entwickelt auch spezialisierte Hardware für die Unterstützte Kommunikation und bietet umfangreiche Vokabulare und Ansteuerungsoptionen.
Quelle: Smartbox Assistive Technology. thinksmartbox.com
Smartbox ist eine Firma aus England.
Sie machen das Programm Grid.
Grid ist eine Software zum Kommunizieren.
Die Firma macht auch Geräte.
Sprachausgabe ▼
Sprachausgabe bezeichnet die Fähigkeit eines UK-Geräts, hörbare Sprache zu erzeugen: Die Person wählt Symbole, Wörter oder Text aus, und das Gerät spricht sie laut aus. Es gibt zwei Formen – die natürliche (aufgenommene) Sprachausgabe und die synthetische Sprachausgabe (Text-to-Speech, TTS), die beliebigen Text vorlesen kann.
Quelle: Beukelman, D. & Light, J. (2020). Augmentative & Alternative Communication.
Das Gerät kann sprechen.
Man wählt ein Wort oder ein Bild aus.
Dann sagt das Gerät das Wort laut.
Sprachausgabegerät (SGD) ▼
Ein Sprachausgabegerät (Speech Generating Device, SGD) ist ein elektronisches Hilfsmittel, das geschriebene oder ausgewählte Inhalte in gesprochene Sprache umwandelt. SGDs umfassen spezialisierte Kommunikationsgeräte (Talker) und Tablets mit Kommunikationssoftware. Im Hilfsmittelverzeichnis fallen sie unter die Produktgruppe 16.
Quelle: GKV-Spitzenverband. Hilfsmittelverzeichnis, Produktgruppe 16.
Ein Sprachausgabegerät kann für eine Person sprechen.
Man wählt Wörter oder Bilder aus.
Das Gerät sagt sie dann laut.
Man nennt es auch Talker.
Sprachentwicklung ▼
Sprachentwicklung beschreibt den Prozess, wie Kinder Sprache lernen – von ersten Lauten über Einzelwörter und Zweiwortsätze bis hin zu komplexen Sätzen. In der UK ist das Wissen über die typische Sprachentwicklung wichtig, um realistische Erwartungen zu setzen und die Kommunikationsförderung an den Entwicklungsstand anzupassen.
Quelle: Beukelman, D. & Light, J. (2020). Augmentative & Alternative Communication.
Kinder lernen Sprache Schritt für Schritt.
Erst kommen Laute, dann Wörter, dann Sätze.
Das dauert seine Zeit.
Auch mit UK lernt man Schritt für Schritt.
Statisches Display ▼
Ein statisches Display ist ein festes, unveränderliches Symbolraster – typischerweise auf einer Kommunikationstafel, einem Overlay für ein Gerät oder in einem Kommunikationsbuch. Alle Symbole sind gleichzeitig sichtbar und verändern sich nicht. Statische Displays unterstützen die motorische Planung, da die Positionen der Symbole immer gleich bleiben.
Quelle: Beukelman, D. & Light, J. (2020). Augmentative & Alternative Communication.
Ein statisches Display verändert sich nicht.
Alle Bilder bleiben immer am gleichen Platz.
Das ist gut, weil man sich die Plätze merken kann.
Kommunikationstafeln sind statische Displays.
Symbol ▼
Ein Symbol ist ein Bild oder Zeichen, das für ein Wort, einen Begriff oder ein Konzept steht. In der UK werden Symbole auf Kommunikationstafeln und in Geräten verwendet, damit Personen durch Zeigen oder Auswählen kommunizieren können. Bekannte Symbolsysteme sind METACOM, PCS, Widgit und Bliss.
Quelle: Beukelman, D. & Light, J. (2020). Augmentative & Alternative Communication.
Ein Symbol ist ein Bild für ein Wort.
Man drückt auf das Bild und das Gerät sagt das Wort.
Es gibt verschiedene Arten von Bildern.
Synthetische Sprachausgabe ▼
Synthetische Sprachausgabe (Text-to-Speech, TTS) ist eine computergenerierte Stimme, die geschriebenen Text in gesprochene Sprache umwandelt. Im Gegensatz zur natürlichen Sprachausgabe kann sie jeden beliebigen Text vorlesen. Moderne TTS-Stimmen klingen zunehmend natürlich und bieten verschiedene Stimmen, Sprachen und Sprechgeschwindigkeiten.
Quelle: Beukelman, D. & Light, J. (2020). Augmentative & Alternative Communication.
Der Computer macht die Stimme selbst.
Man tippt einen Text und der Computer liest ihn vor.
Man kann jeden Text vorlesen lassen.
Das klingt heute schon fast wie eine echte Stimme.
Talker / Sprachcomputer ▼
Talker ist die im Alltag gebräuchliche Bezeichnung für ein elektronisches Sprachausgabegerät: einen Computer oder ein Tablet mit Kommunikationssoftware, das ausgewählte Symbole oder geschriebenen Text laut ausspricht. Talker gibt es als spezialisierte Geräte – zum Beispiel mit Augensteuerung – und als Apps auf handelsüblichen Tablets. Im Hilfsmittelverzeichnis gehören sie zur Produktgruppe 16.
Quelle: GKV-Spitzenverband. Hilfsmittelverzeichnis, Produktgruppe 16.
Ein Talker ist ein sprechendes Gerät.
Man drückt auf Bilder oder Wörter.
Das Gerät spricht sie laut aus.
Taster / Switch ▼
Ein Taster (Switch) ist ein Eingabegerät, das durch Druck, Berührung oder eine andere Bewegung ausgelöst wird. Taster gibt es in verschiedenen Größen und Formen und können mit der Hand, dem Kopf, dem Knie oder anderen Körperteilen bedient werden.
Quelle: Beukelman, D. & Light, J. (2020). Augmentative & Alternative Communication.
Ein Taster ist ein großer Knopf.
Man drückt darauf und etwas passiert.
Man kann ihn mit der Hand, dem Kopf oder dem Knie drücken.
TD Snap (früher Snap + Core First) ▼
TD Snap (früher Snap + Core First) ist eine Kommunikations-App von Tobii Dynavox. Sie bietet mehrere Seitensets – darunter Core First auf Kernvokabular-Basis – mit einer übersichtlichen Oberfläche und Zugang zu weiterem Vokabular über Themenseiten. TD Snap ist für Tablets und Windows verfügbar und unterstützt verschiedene Symbolsysteme und Ansteuerungsarten.
Quelle: Tobii Dynavox. tobiidynavox.com
TD Snap ist eine App zum Kommunizieren.
Früher hieß sie Snap + Core First.
Die wichtigsten Wörter sind in der Mitte.
Man kann auch zu anderen Seiten blättern.
Teilfähigkeiten ▼
Teilfähigkeiten beschreibt das Prinzip, dass jede noch so kleine Lese- und Schreibfähigkeit wertvoll und direkt nutzbar ist. Literacy ist kein Alles-oder-Nichts – es gibt keinen Schwellenwert, ab dem Buchstabenwissen „reicht“. Bereits die Kenntnis eines einzigen Buchstabens ermöglicht den Einstieg in den ABC-Bereich eines UK-Geräts und eröffnet neue kommunikative Möglichkeiten. Dieses Wissen ist zudem übertragbar: Es kann auf Blick-ABC, Buchstabentafeln und andere Schriftformen angewendet werden – unabhängig vom jeweiligen Gerät oder System.
Quelle: Erickson, K. & Koppenhaver, D. (2020). Comprehensive Literacy for All.
Auch ein bisschen Lesen und Schreiben hilft schon.
Wer einen Buchstaben kennt, kann Wörter suchen.
Jeder kleine Schritt ist wichtig.
UK (Unterstützte Kommunikation) ▼
Unterstützte Kommunikation (UK), im Englischen Augmentative and Alternative Communication (AAC), umfasst alle Maßnahmen, die Kommunikation ermöglichen oder verbessern, wenn Lautsprache fehlt oder stark eingeschränkt ist. UK umfasst körpereigene Kommunikationsformen (Gesten, Mimik, Blickverhalten), nicht-elektronische Hilfen (Symboltafeln) und elektronische Hilfen (Talker, Tablets).
Quelle: Gesellschaft für Unterstützte Kommunikation e.V. (GesUK).
UK heißt: Unterstützte Kommunikation.
Manche Menschen können nicht sprechen.
Sie brauchen Hilfe beim Kommunizieren.
Das kann ein Gerät sein, eine Tafel oder Gesten.
Umfeldsteuerung ▼
Umfeldsteuerung ermöglicht es, Geräte in der Umgebung über die Kommunikationshilfe zu steuern – zum Beispiel Licht ein- und ausschalten, Türen öffnen, den Fernseher bedienen oder einen Notruf absetzen. Viele moderne Kommunikationsgeräte bieten integrierte Umfeldsteuerung über Infrarot, Bluetooth oder Smart-Home-Systeme.
Quelle: Beukelman, D. & Light, J. (2020). Augmentative & Alternative Communication.
Mit der Umfeldsteuerung kann man Dinge steuern.
Zum Beispiel: Licht anmachen oder den Fernseher bedienen.
Man macht das über das Kommunikationsgerät.
So kann man selbstständiger sein.
Unaided Communication ▼
Unaided Communication (hilfsmittelfreie Kommunikation) bezeichnet alle Kommunikationsformen, die ohne zusätzliche Materialien oder Geräte auskommen – also Mimik, Gestik, Blickverhalten, Gebärden, Lautierungen und Körperhaltung. Im Gegensatz zur Aided Communication nutzt die Person nur ihren eigenen Körper als Kommunikationsmittel.
Quelle: Beukelman, D. & Light, J. (2020). Augmentative & Alternative Communication.
Unaided Communication heißt: Kommunikation ohne Hilfsmittel.
Man benutzt nur den eigenen Körper.
Zum Beispiel: Mimik, Gesten oder Gebärden.
UN-BRK ▼
Die UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) ist ein internationales Übereinkommen der Vereinten Nationen, das die Rechte von Menschen mit Behinderungen schützt. Artikel 24 garantiert das Recht auf inklusive Bildung. Für die UK bedeutet das: Jeder Mensch hat das Recht auf Kommunikation und auf Zugang zu Bildung.
Quelle: UN-Behindertenrechtskonvention, Artikel 24.
Die UN-BRK ist ein wichtiges Gesetz.
Es sagt: Alle Menschen haben die gleichen Rechte.
Auch Menschen mit Behinderung dürfen lernen.
Und sie dürfen kommunizieren.
Unterstützungsplanung ▼
Unterstützungsplanung ist ein individueller Planungsprozess, bei dem systematisch ermittelt wird, welche Unterstützung eine Person im Bereich der Kommunikation benötigt. Der Plan berücksichtigt die aktuellen Fähigkeiten, die Ziele, die notwendigen Hilfsmittel und die Schulung des Umfelds. Er wird regelmäßig überprüft und angepasst.
Quelle: Gesellschaft für Unterstützte Kommunikation e.V. (GesUK).
Bei der Unterstützungsplanung wird geschaut:
Was braucht die Person?
Welches Gerät passt?
Wer hilft beim Üben?
Der Plan wird immer wieder angepasst.
Verordnung (ärztliche) ▼
Eine ärztliche Verordnung (Rezept) ist die Voraussetzung für die Kostenerstattung einer Kommunikationshilfe durch die Krankenkasse. Der Arzt beschreibt die medizinische Notwendigkeit und das gewünschte Hilfsmittel. Die Verordnung wird zusammen mit einem Kostenvoranschlag bei der Krankenkasse eingereicht.
Quelle: Sozialgesetzbuch Fünftes Buch (SGB V), § 33.
Der Arzt schreibt ein Rezept.
Auf dem Rezept steht, welches Gerät man braucht.
Und warum man es braucht.
Dann kann die Krankenkasse es bezahlen.
Verweilzeit ▼
Verweilzeit (englisch: Dwell Time) ist die Zeitspanne, die der Blick auf einem Feld verweilen muss, damit es bei der Augensteuerung ausgewählt wird. Sie wird individuell eingestellt – kürzere Zeiten ermöglichen schnellere Kommunikation, längere Zeiten verhindern unbeabsichtigte Auswahlen. Typische Werte liegen zwischen 0,4 und 1,5 Sekunden.
Quelle: Beukelman, D. & Light, J. (2020). Augmentative & Alternative Communication.
Verweilzeit heißt: Wie lange muss man auf ein Feld schauen?
Wenn man lange genug schaut, wird das Feld ausgewählt.
Man kann die Zeit einstellen.
Visuelle Szenendarstellung ▼
Bei der visuellen Szenendarstellung (Visual Scene Display, VSD) wird ein Foto oder eine Abbildung einer realen Situation als Kommunikationsoberfläche verwendet. Interaktive Hotspots auf dem Bild ermöglichen es, durch Antippen bestimmter Bereiche Wörter oder Sätze auszulösen. VSDs sind besonders intuitiv und motivierend, da sie einen direkten Bezug zur Lebenswelt herstellen.
Quelle: Beukelman, D. & Light, J. (2020). Augmentative & Alternative Communication.
Man sieht ein Foto auf dem Bildschirm.
In dem Foto kann man auf verschiedene Stellen tippen.
Dann sagt das Gerät etwas dazu.
Zum Beispiel: Man tippt auf den Hund und das Gerät sagt „Hund“.
Vokabular ▼
In der UK bezeichnet Vokabular die Kommunikationsoberfläche mit Symbolen und Wörtern, die auf einem UK-Gerät oder einer Kommunikationstafel verfügbar sind. Ein Vokabular wird individuell zusammengestellt und kann Kernvokabular, Randvokabular, persönliche Sätze und thematische Seitensets enthalten.
Quelle: Beukelman, D. & Light, J. (2020). Augmentative & Alternative Communication.
Vokabular sind die Wörter und Bilder im Gerät.
Man kann damit Sätze bilden und kommunizieren.
Jedes Gerät kann andere Wörter und Bilder haben.
Widerspruchsverfahren ▼
Ein Widerspruchsverfahren ist ein Rechtsmittel, das eingelegt werden kann, wenn die Krankenkasse die Kosten für eine Kommunikationshilfe ablehnt. Innerhalb von einem Monat nach Erhalt des Ablehnungsbescheids kann schriftlich Widerspruch eingelegt werden. Die Krankenkasse muss den Fall erneut prüfen. Bei erneuter Ablehnung kann Klage beim Sozialgericht erhoben werden.
Quelle: Sozialgesetzbuch (SGB), Widerspruchsrecht.
Manchmal sagt die Krankenkasse: Nein, wir bezahlen das Gerät nicht.
Dann kann man widersprechen.
Man schreibt einen Brief an die Krankenkasse.
Die Krankenkasse muss dann noch einmal prüfen.
Widgit ▼
Widgit ist ein Symbolsystem, das vor allem im englischsprachigen Raum und zunehmend auch im deutschsprachigen Raum eingesetzt wird. Die Widgit-Symbole sind klar strukturiert und besonders für einfache Sprache und barrierefreie Dokumente geeignet. Sie stellen eine Alternative zu METACOM und PCS dar.
Quelle: Widgit Software. widgit.com
Widgit sind Bilder für Wörter.
Die Bilder sehen anders aus als METACOM.
Man kann sie für Texte in einfacher Sprache benutzen.
Wortvorhersage ▼
Wortvorhersage (Prädiktion) ist eine Funktion, die beim Tippen passende Wörter vorschlägt. Bereits nach dem Eingeben der ersten Buchstaben zeigt das System eine Liste möglicher Wörter an. Das spart Zeit und reduziert den motorischen Aufwand beim Schreiben.
Quelle: Beukelman, D. & Light, J. (2020). Augmentative & Alternative Communication.
Wenn man tippt, schlägt das Gerät Wörter vor.
Man muss nicht das ganze Wort schreiben.
Man wählt einfach das richtige Wort aus der Liste.
Zeigehilfe ▼
Eine Zeigehilfe ist ein Hilfsmittel, das das Zeigen auf Symbole oder Buchstaben erleichtert – zum Beispiel ein Kopfstab (Kopfstick), ein Handstab, ein Laserpointer oder ein Mundstab. Zeigehilfen werden eingesetzt, wenn die Feinmotorik der Hände nicht ausreicht, um kleine Felder gezielt anzusteuern.
Quelle: Beukelman, D. & Light, J. (2020). Augmentative & Alternative Communication.
Eine Zeigehilfe hilft beim Zeigen auf Felder.
Zum Beispiel ein Stab am Kopf.
Oder ein Laserpointer.
So kann man Felder besser treffen.
Zeilen-Spalten-Scanning ▼
Beim Zeilen-Spalten-Scanning wird zuerst eine ganze Zeile hervorgehoben. Die Person drückt den Taster, wenn die richtige Zeile markiert ist. Anschließend werden die einzelnen Felder innerhalb dieser Zeile nacheinander hervorgehoben, und die Person drückt erneut beim gewünschten Feld. Diese Methode ist schneller als lineares Scanning bei großen Rastern.
Quelle: Beukelman, D. & Light, J. (2020). Augmentative & Alternative Communication.
Zuerst leuchtet eine ganze Zeile auf.
Man drückt den Taster bei der richtigen Zeile.
Dann leuchten die Felder in der Zeile nacheinander.
Man drückt nochmal beim richtigen Feld.
Zerebralparese ▼
Zerebralparese (CP) ist eine frühkindliche Bewegungsstörung infolge einer Hirnschädigung vor, während oder kurz nach der Geburt. Je nach Ausprägung sind Bewegung, Haltung und oft auch die Sprechmotorik betroffen (Dysarthrie/Anarthrie). Kinder mit Zerebralparese sind eine der größten Zielgruppen der UK – Ansteuerungsarten wie Augensteuerung, Taster und Scanning machen Kommunikation auch bei stark eingeschränkter Motorik möglich.
Quelle: Beukelman, D. & Light, J. (2020). Augmentative & Alternative Communication.
Zerebralparese ist eine Bewegungs-Störung.
Sie entsteht durch eine Verletzung im Gehirn.
Oft ist auch das Sprechen schwer.
Augen-Steuerung oder Taster helfen beim Kommunizieren.
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