Morgen
Hell und tröstlich. C-Dur-Pentatonik — eine offene, freundliche Tonleiter, in der jeder Ton zusammenpasst. Zum Aufwachen, Aktivieren, für einen guten Anfang.
Digitale Musiktherapie für Menschen mit schwerer Behinderung — barrierefrei, prozessorientiert, würdevoll
Läuft direkt im Browser — keine Installation erforderlich · Touch, Maus, Augensteuerung, Switch
MusicTherapy ist eine digitale Klangumgebung, die als therapeutisches Werkzeug konzipiert wurde — nicht als Musik-App, die therapeutisch eingesetzt werden könnte. Wie das Schwesterprojekt ArtTherapy folgt sie einem klaren Grundsatz: Nicht das musikalische Ergebnis zählt, sondern die Erfahrung von Selbstwirksamkeit, Resonanz und Verbundenheit im Klang.
Die App richtet sich an Menschen mit schwerer und schwerster Behinderung, an Menschen mit komplexen Kommunikationseinschränkungen und an Menschen, denen Sprache nur schwer zugänglich ist. Sie eröffnet musikalischen Ausdruck über vier Eingabewege — Augenbewegung, Berührung, Maus und Taster (Switch) — und folgt einem strukturierten Phasenmodell. MusicTherapy ist die auditive Ergänzung zu ArtTherapy: gleiches Konzept, gleiche Haltung — statt Farbe und Bild stehen Klang und Rhythmus im Mittelpunkt.
MusicTherapy ist eine Musik-App.
Sie wurde für Therapie gemacht.
Das Musik-Machen selbst ist die Therapie.
Es geht nicht darum, schöne Musik zu machen.
Es geht darum, sich gut zu fühlen beim Klang.
Man kann mit den Augen, dem Finger, der Maus oder einer Taste spielen.
Jede Sitzung folgt einem ruhigen Dreischritt — einer Mikro-Struktur, die Sicherheit gibt und einen klaren Anfang und Abschluss schafft:
Die Sitzung beginnt mit der Wahl einer Stimmung. Ruhige Klänge und ein langsamer Atem-Rhythmus laden zur Regulierung ein — ohne Handlungsdruck. Die gewählte Stimmung bestimmt Tonart und Klangfarbe der ganzen Sitzung. Stimmungs-Angleichung (Grounding) nach dem Iso-Prinzip: zuerst die aktuelle Befindlichkeit aufnehmen.
Große Klang-Felder erklingen auf Blick, Berührung oder Tastendruck. Jeder Ton passt harmonisch — es gibt keinen falschen Klang. Wenige, große Pads vermeiden Überforderung. Ob ein einzelner wiederkehrender Ton oder ein freies Spiel: Selbstwirksamkeit entsteht aus der unmittelbaren Antwort des Klangs auf die eigene Bewegung.
Die Sitzung schließt mit einem ruhigen Rückblick: Wie lange wurde gespielt, welche Stimmung, wie viele Klänge. Kein Protokoll, sondern ein würdiger Abschluss, der dem Erlebten einen Platz gibt — und der Begleitperson hilft, die Sitzung nachzubereiten.
Die App hat drei Teile:
Ankommen: Man wählt eine Stimmung.
Es gibt ruhige Klänge. Kein Stress.
Klingen: Man macht Musik.
Jeder Ton passt. Es gibt kein Falsch.
Würdigung: Am Ende schaut man zurück.
Wie lange war die Musik? Wie war die Stimmung?
Jede Stimmung hat eine eigene Tonart (Modus) und Klangfarbe. So lässt sich die Sitzung auf die aktuelle Befindlichkeit abstimmen — im Sinne des Iso-Prinzips: dort beginnen, wo die Person gerade ist, und den Klang behutsam mitführen.
Hell und tröstlich. C-Dur-Pentatonik — eine offene, freundliche Tonleiter, in der jeder Ton zusammenpasst. Zum Aufwachen, Aktivieren, für einen guten Anfang.
Weit und tragend. A-Dorisch — weich, schwebend, beruhigend. Für das Eintauchen, Loslassen und ruhiges Atmen.
Geerdet und warm. G-Mixolydisch — freundlich mit einer leisen Spannung. Für Geborgenheit, Stabilität und Präsenz.
Ruhig und hüllend. F-Phrygisch — dunkel, geheimnisvoll, bergend. Zum Zur-Ruhe-Kommen, zum Ausklang, für Sicherheit im Dunkeln.
Es gibt 4 Stimmungen:
Morgen: Helle, fröhliche Klänge.
Ozean: Ruhige, weiche Klänge.
Wald: Warme, sichere Klänge.
Nacht: Dunkle, ruhige Klänge.
Man wählt die Stimmung, die gerade passt.
Die Person spielt selbst. Jeder Blick, jede Berührung, jeder Tastendruck erzeugt sofort einen Klang. Aktive Musiktherapie — eigenes Tun, eigener Ausdruck, unmittelbare Resonanz. Für Menschen, die Selbstwirksamkeit erfahren möchten.
Jeder Pad-Druck spielt den nächsten Ton einer Melodie — egal welches Feld getroffen wird. So gelingt eine ganze Melodie auch mit einem einzigen Taster. Erfolg ohne Treffsicherheit: Geführtes Gelingen für Menschen mit sehr eingeschränkter Motorik.
Die Musik entsteht von selbst — ruhig, automatisch, in der gewählten Stimmung. Rezeptive Musiktherapie für Menschen mit schwerster Mehrfachbehinderung (PMLD): Hören, Spüren und Mitschwingen stehen im Mittelpunkt, ohne dass eine eigene Aktion nötig ist.
Es gibt 3 Arten, die App zu nutzen:
Aktiv: Man spielt selbst. Jeder Ton kommt sofort.
Melodie: Jeder Druck spielt den nächsten Ton.
So klappt eine ganze Melodie mit einer Taste.
Rezeptiv: Die Musik spielt von allein.
Man hört zu und spürt den Klang.
Vier Klangfarben stehen zur Wahl — jede mit eigenem Charakter, alle vollständig im Browser erzeugt (Web Audio). Es werden keine externen Dateien geladen und nichts übertragen.
Die Anzahl der Klang-Felder ist einstellbar — 1, 2, 4 oder 6 große Pads. Weniger Felder bedeuten größere Ziele und weniger Anforderung; das lässt sich exakt an die motorischen und kognitiven Fähigkeiten der Person anpassen.
Es gibt 4 Klänge:
Marimba – weich und warm.
Trommel – man spürt den Rhythmus.
Glocke – klar und hell.
Natur – wie Wasser und Wind.
Man kann 1, 2, 4 oder 6 große Felder wählen.
Menschen mit schwerer geistiger Behinderung, schwerster Mehrfachbehinderung (PMLD), Locked-in-Syndrom oder hoher Körperbehinderung. Herkömmliche Instrumente sind oft nicht zugänglich — MusicTherapy eröffnet über Blick und Taster einen würdevollen, barrierefreien Zugang zum eigenen Klang.
Bei stark eingeschränkter oder fehlender Lautsprache bietet Klang einen nonverbalen Ausdrucks- und Begegnungskanal. Musik erreicht emotionale und körperliche Ebenen unmittelbar — oft dort, wo Worte nicht hinreichen.
MusicTherapy ist ein Werkzeug, kein Ersatz für therapeutische Begleitung. Jede Sitzung sollte durch eine qualifizierte Person (Musiktherapeut:in, Heilpädagog:in, Ergotherapeut:in) begleitet werden. Das Therapeuten-Setup erlaubt die Konfiguration vor jeder Sitzung.
Die App ist für verschiedene Menschen:
Für Menschen mit schwerer Behinderung.
Für Menschen, die nicht oder wenig sprechen.
Ein Therapeut oder eine Therapeutin sollte dabei sein.
Die App ist kein Ersatz für Therapie.
MusicTherapy gründet auf etablierten Strömungen der Musiktherapie:
Ergänzend greift die App Erkenntnisse multisensorischer Förderung (Snoezelen nach Hulsegge & Verheul) auf: reizarme, klar strukturierte, würdevolle Erfahrungsräume statt Reizüberflutung.
Die App baut auf bekannten Ideen der Musiktherapie auf:
Nordoff und Robbins sagen: Jeder Mensch kann Musik machen.
Gertrud Orff sagt: Musik mit einfachen Mitteln hilft.
Es gibt aktive Musik (man spielt selbst)
und rezeptive Musik (man hört zu).
Die Musik passt sich der Stimmung an.
Das Therapeuten-Setup erlaubt vor jeder Sitzung die individuelle Konfiguration:
Datenschutz: Alle Einstellungen und Sitzungsdaten werden ausschließlich lokal im Browser (localStorage) gespeichert. Es erfolgt kein Datenupload, kein Tracking, keine externe Übertragung. Der Klang wird vollständig auf dem Gerät erzeugt.
Vor der Sitzung kann der Therapeut die App einstellen.
Er wählt die Stimmung und den Klang.
Er wählt den Modus aus.
Er stellt ein, wie viele Felder es gibt.
Alle Daten bleiben auf dem Gerät.
Nichts wird ins Internet geschickt.
Dasselbe Konzept für das visuelle Gestalten: digitale Kunsttherapie mit Phasenmodell, Augensteuerung und würdevollem Abschluss.
Kostenlos und ohne Anmeldung — direkt im Browser. Für Therapeut:innen: Zuerst das Setup aufrufen und Stimmung, Modus und Klang-Felder einstellen.
Die App ist gratis. Sie brauchen nichts herunterladen.
Einfach den Link anklicken.