1. Zutrauen
Der Person etwas zutrauen – sie versteht und will sich mitteilen (Kompetenz unterstellen).
Ein guter Gesprächspartner werden
Kommunikationspartner-Training für Unterstützte Kommunikation – für Angehörige, Assistenz, Fachkräfte und Freund:innen.
Reden klappt nur zusammen.
Die Gesprächspartner sind sehr wichtig.
Man kann lernen, ein guter Partner zu werden.
Wichtig ist: Zeit lassen und gut zuhören.
Die App PartnerTo hilft Ihnen dabei.
Gespräche zwischen sprechenden und unterstützt kommunizierenden Menschen sind ungleich verteilt: Wer spricht, übernimmt oft fast alles – die meisten Redebeiträge, die Themen, die Fragen. Die unterstützt kommunizierende Person bleibt dann in der Rolle des Antwortenden. Weil das Formulieren länger dauert, wird die Pause reflexhaft gefüllt, das Thema gewechselt, die Antwort erraten. Langsame Kommunikation ist dabei kein langsames Denken.
Das Gute daran: Genau hier haben Sie den größten Hebel. Nach dem Umweltmodell der Weltgesundheitsorganisation (ICF) und der UN-Behindertenrechtskonvention entscheidet die Umwelt mit, ob aus einer Beeinträchtigung eine Teilhabe-Barriere wird – und die wichtigste, veränderbarste Umwelt sind die Menschen, die mit der Person reden. Kommunikation ist ein Recht (UN-BRK, Artikel 21), nicht eine Belohnung für Anstrengung.
Wichtig: Es geht nicht um Schuld. Niemand macht das von allein „richtig“ – gute Gesprächspartnerschaft ist Wissen und Übung. Ziel ist immer die Selbstbestimmung der Person, nicht die Bequemlichkeit des Partners.
Beim Reden ist oft einer schneller.
Der schnelle Mensch redet dann fast alles.
Der andere Mensch kommt kaum dran.
Aber: Sie können das ändern.
Sie sind der wichtigste Helfer beim Reden.
Reden ist ein Recht für alle Menschen.
Es geht nicht um Schuld.
Gute Gespräche kann man üben.
PartnerTo bringt das förderliche Gesprächsverhalten in acht Bausteine – jeder mit Wissen, Übung, Rollenspiel und Alltagsaufgabe:
Der Person etwas zutrauen – sie versteht und will sich mitteilen (Kompetenz unterstellen).
Zeit lassen, die Stille nicht füllen. Die erwartungsvolle Pause ist der Kern.
Das Kommunikationsmittel selbst benutzen – Symbole zeigen, mittippen (Modellieren).
Offene Fragen statt Testfragen; Ja/Nein nur bewusst und strukturiert.
Die Äußerung bestätigen und ein Wort erweitern (Expansion).
Nur so viel Hilfe wie nötig – nicht vorsagen, nicht erraten (gestufte Hilfen).
Äußerungen gemeinsam Wort für Wort aufbauen – die Person entscheidet (Ko-Konstruktion).
Üben und wiederholen – Trainingsgewinne verblassen ohne Auffrischung.
PartnerTo hat acht Bausteine:
1. Zutrauen – der Person etwas zutrauen.
2. Warten – Zeit lassen.
3. Vormachen – selbst zeigen.
4. Gut fragen – offene Fragen stellen.
5. Aufgreifen – die Antwort aufnehmen.
6. Wenig helfen – nicht vorsagen.
7. Zusammen bauen – Sätze gemeinsam machen.
8. Dranbleiben – weiter üben.
Kommunikationspartner-Training (englisch: Communication Partner Training, CPT) ist gut untersucht. Eine Meta-Analyse von Partner-Trainings (Kent-Walsh u. a., 2015) fand durchweg positive Effekte – und zwar nicht nur beim Partner, sondern messbar bei der Kommunikation der unterstützt kommunizierenden Person. Das niederländische COCP-Programm trainiert ganze Kommunikationsgruppen und ist als wirksam anerkannt; für erworbene Beeinträchtigungen (z. B. Aphasie) gilt dasselbe (SCA, Kagan).
Über alle Programme hinweg wirken vier Prinzipien – sie sind das Rückgrat von PartnerTo:
Die Belege stammen überwiegend aus kontrollierten Einzelfallstudien und kleineren Gruppen – robust und einheitlich, aber design-bedingt begrenzt. Alle Quellen stehen im Grundlagen-PDF (unten).
Forscher haben das geprüft.
Das Training hilft wirklich.
Es hilft dem Partner.
Und es hilft der Person, die UK nutzt.
Vier Dinge sind wichtig:
Wenige klare Regeln.
Selbst üben, nicht nur lesen.
Sich selbst anschauen.
Immer wieder üben.
Wenn Partner beim Formulieren mithelfen (Ko-Konstruktion), entsteht ein Risiko: dass am Ende die Version des Partners steht. Deshalb gelten klare Regeln, die UK-Nutzende selbst einfordern:
Rechtlich abgesichert ist das in der UN-Behindertenrechtskonvention (Artikel 12: unterstützte Entscheidung statt Fremdbestimmung) und in der Communication Bill of Rights. Klare Abgrenzung: Ko-Konstruktion sichert die Autorschaft der Person – anders als die wissenschaftlich abgelehnte „Gestützte Kommunikation“ (FC), bei der der Partner die Hand führt.
Manchmal hilft der Partner beim Reden.
Dann ist eine Regel wichtig:
Die Aussage gehört der Person selbst.
Der Partner darf nichts dazu erfinden.
Der Partner fragt: Habe ich dich richtig verstanden?
Die Person darf auch Nein sagen.
Das ist ein Recht.
Es steht in der UN-Behindertenrechtskonvention.
„Zur Kommunikation nutze ich Assistenz, die dolmetscht und die Punkte guter Gesprächspartner verinnerlicht hat. Gute Gesprächspartner geben mir Zeit, warten meine Antwort ab und fragen nach, ob sie mich richtig verstanden haben.“
Einige Fach-Wörter einfach erklärt:
UK: Alle Wege zum Reden ohne Mund-Sprache.
Modellieren: Selbst zeigen, wie man es macht.
Pause: Warten und der Person Zeit geben.
Zusammen bauen: Den Satz gemeinsam machen.
Die App ist kostenlos, funktioniert im Browser und offline, ist mehrsprachig und barrierefrei bedienbar (auch mit Augensteuerung und Tastern).
Die Vortrags- und Bildversion (PDF) erklärt die acht Bausteine in kurzer, klarer Sprache mit vielen Bildern – ideal als Grundlage für Vorträge, Schulungen und zum Weitergeben.
Das Grundlagen-PDF „Förderliches Gesprächsverhalten in der Unterstützten Kommunikation“ ist die wissenschaftliche Vertiefung mit rund 90 geprüften Quellen – für Fachkräfte, Ausbildung und alle, die es genau wissen wollen.
Sie können PartnerTo ausprobieren.
Die App ist kostenlos.
Es gibt auch eine Bild-Version zum Anschauen.
Mit vielen Bildern und einfacher Sprache.
Gut für Vorträge.
Inhalte und Strategien beruhen auf der internationalen und deutschsprachigen UK-Forschung (u. a. Light; Kent-Walsh/ImPAACT; COCP; Kagan/SCA; Konversationsanalyse; Ursula Braun; Weid-Goldschmidt) und auf der Erfahrung von Menschen, die UK selbst nutzen. Das Grundlagen-PDF wurde mehrfach gegen Primärquellen und aus verschiedenen Fachperspektiven geprüft.
Die Infos kommen aus der Forschung.
Und von Menschen, die UK selbst nutzen.
Fachleute haben alles geprüft.
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