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Kontrast

Warum große Symbole?

Wahrnehmung, AAC-Forschung und das Layout von Scripo.

Große Symbole, klare Wahrnehmung

Juni 2026 · von Lars Tiedemann

In einer Beratung mit einer Familie und einer Lehrerin haben wir Scripo Start und Scripo Pro gezeigt. Ein Punkt fiel besonders auf: In Scripo werden die METACOM-Symbole sehr groß dargestellt. Das ist kein Zufall, sondern eine bewusste Designentscheidung — mit einem handfesten Hintergrund in der Wahrnehmungs- und AAC-Forschung.

Das Prinzip: möglichst quadratische Felder

METACOM-Symbole sind in einem quadratischen Format angelegt. Das größte Symbol, das in ein Feld passt, wird immer von der kürzeren Feldseite begrenzt. In einem möglichst quadratischen Feld füllt das Symbol darum fast die gesamte Fläche aus — es wird so groß wie möglich angezeigt. Ist ein Feld dagegen breiter als hoch, bleibt das Symbol durch die Feldhöhe begrenzt; die zusätzliche Breite kann es nicht vergrößern. Scripo setzt die Felder bewusst nah am Quadrat — für maximale Symbolgröße bei ruhigem, klarem Layout.

Warum große Symbole helfen

Schneller finden

Größere, klar abgegrenzte Symbole verkürzen die visuelle Suche und verringern visuelles Gedränge (visual crowding) — den Effekt, dass eng stehende kleine Bilder schwer zu unterscheiden sind (vgl. Wilkinson & Jagaroo, 2004).

Leichter erkennen

METACOM-Symbole tragen viele bedeutungstragende Details. Erst in ausreichender Größe sind diese Details gut sichtbar — das unterstützt Wiedererkennen und Wortlernen.

Gut bei Seheinschränkungen

Viele UK-Nutzende haben zusätzlich eine zerebrale Sehbeeinträchtigung (CVI) — die häufigste Ursache für Sehbeeinträchtigung bei Kindern. Hier gilt: große, kontrastreiche, klar isolierte Symbole und wenig visuelle Komplexität (vgl. Roman-Lantzy, 2018).

Treffsicher steuern

Ein größeres Feld ist ein größeres Ziel — es lässt sich sicherer und schneller ansteuern, mit weniger Fehlauslösungen. Das gilt für den Finger ebenso wie für die Augensteuerung (Fitts'sches Gesetz, 1954).

Mehr Kraft fürs Reden

Wer weniger Mühe in Sehen und Suchen stecken muss, hat mehr Aufmerksamkeit für Sprache und Inhalt frei — ein wichtiger Beitrag zur kommunikativen Kompetenz (vgl. Light & McNaughton, 2014).

Besseres Modelling

Große Symbole sind auch für Gesprächspartner:innen gut sichtbar. Das erleichtert das gemeinsame Zeigen und das sprachliche Vorbild (Modelling) im Alltag.

Symbol und Wort zugleich

Scripo zeigt das Symbol groß und das Schriftwort gut lesbar darunter: das Symbol für schnelles Erkennen, das Wort als ständige Begleitung beim Schriftspracherwerb (Literacy). Breitere Felder schaffen mehr Platz für lange Schriftwörter — ein nachvollziehbarer Ansatz; Scripo setzt die Priorität bewusst auf maximale Symbolgröße und Klarheit und zeigt das Wort zusätzlich.

vgl. Wilkinson & Jagaroo (2004), Visual Cognitive Science & AAC-Display-Design; Thistle & Wilkinson (2015); Roman-Lantzy (2018), Cortical Visual Impairment; Fitts (1954); Light & McNaughton (2014). METACOM-Symbole: Annette Kitzinger.

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Die Bilder in Scripo sind groß.
Die Felder sind fast quadratisch.
Dann passt das METACOM-Bild fast ganz in das Feld.
Große Bilder kann man schneller finden.
Große Bilder kann man besser erkennen.
Das ist gut für die Augen.
Das ist auch gut bei einer Seh-Behinderung.
Mit dem Finger oder den Augen trifft man große Felder leichter.
So bleibt mehr Kraft zum Reden.
Unter dem Bild steht das Wort.
So lernt man auch Lesen und Schreiben.