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Einschätzung Wortzugriff

Einschätzung & Beobachtung: Wie findet jemand Wörter am besten?

Kommunikations-Vokabulare ordnen Wörter in Kategorien – nach Anfangsbuchstabe (Hund → H), nach Thema (Hund → Tiere) oder nach Wortart (Hund → Nomen). Diese Einschätzung zeigt, mit welcher Art der Ordnung eine Person Wörter am besten findet – ausgewertet zusammen mit Ihren Beobachtungen.

Einschätzung „Wortzugriff“

In Kommunikations-Vokabularen sind Wörter in Kategorien geordnet – und es gibt verschiedene Arten, sie zu ordnen. Mit dieser strukturierten Einschätzung finden Sie heraus, mit welcher Kategorisierung eine Person Wörter am besten findet. Verglichen werden drei Wege, dasselbe Wort einzuordnen: ABC-Zugriff (nach dem Anfangsbuchstaben: Hund → H), semantischer Zugriff (nach Bedeutung/Thema: Hund → Tiere) und syntaktischer Zugriff (nach Wortart: Hund → Nomen). Jeder Weg wird mit denselben 6 Wörtern erprobt – mit einer Übung vorweg und in zufälliger Reihenfolge, damit das Ergebnis fair vergleichbar ist. Ihre Beobachtungen halten Sie am Ende im Beobachtungsbogen fest. Dauer: etwa 10 Minuten (mit Scanning entsprechend länger – Pausen sind jederzeit möglich). Brechen Sie bei deutlicher Frustration oder Ermüdung ab – ein Abbruch ist ein wertvolles Beobachtungsergebnis; die bisherige Auswertung bleibt erhalten.

Auf einem Sprach-Computer sind die Wörter sortiert.
Es gibt 3 Arten zum Sortieren:
Nach dem ABC: Hund steht bei H.
Nach dem Thema: Hund steht bei den Tieren.
Nach der Wort-Art: Hund steht bei Nomen.
Hier können Sie ausprobieren:
Welche Art passt am besten?
Jede Art wird mit 6 Wörtern ausprobiert.
Am Ende schreiben Sie auf, was Sie gesehen haben.
Das dauert ungefähr 10 Minuten.

Einstellungen

Wählen Sie hier Ihre Einstellungen.
Sie können auch alles so lassen.
Drücken Sie dann auf: Einschätzung starten.

Das gesuchte Wort wird angesagt und bleibt während der ganzen Aufgabe als Wort und Symbol sichtbar – so hängt das Ergebnis nicht von der Lesefähigkeit ab.

Auch als App-Einschätzung verfügbar – mit Profilen, Verlaufsspeicherung, ausführlichem Bericht und denselben Symbolen wie hier: GazeTo für Augensteuerung, TouchTo für Touch-Direktzugang. Für Taster/Scanning misst ScanTo in einer eigenen Einschätzung Reaktionszeit und passende Scan-Geschwindigkeit.

Diese Einschätzung gibt es auch in unseren Apps.
Die Apps merken sich den Verlauf.
GazeTo ist für die Steuerung mit den Augen.
TouchTo ist für das Tippen mit dem Finger.
ScanTo ist für Taster.

Alle Apps sind kostenfrei, laufen im Browser und speichern nur lokal auf dem Gerät.

Fachlicher Hintergrund & Quellen

Diese Einschätzung ist ein förderdiagnostisches Screening – fachlich begründet, aber kein normiertes Testverfahren. Sie vergleicht die Person mit sich selbst (nicht mit einer Norm) und zeigt Tendenzen, die durch Beobachtung im Alltag ergänzt werden müssen.

Woran sich das Verfahren orientiert
  • Dynamisches Assessment: Vor jeder Runde wird der Weg einmal gezeigt und geübt (Vorzeigen – Nachmachen). So wird sichtbar, was eine Person mit Anleitung erreicht – nicht nur ihr aktueller Stand (vgl. Vygotskys „Zone der nächsten Entwicklung“; für die UK u. a. Snell, 2002).
  • Feature Matching: Die Fähigkeiten der Person werden mit den Merkmalen verschiedener Vokabular-Organisationen abgeglichen, statt eine Einheitslösung anzunehmen (gängige Praxis der UK-Versorgung; vgl. Beukelman & Light, 2020).
  • Kernvokabular-Forschung: Kleine, häufige Wörter (wie „nicht“) sind kategorial schwer einzuordnen – deshalb enthält die Einschätzung bewusst ein Kernwort (vgl. Boenisch & Sachse, Universität zu Köln).
  • Realitätsnahe Aufgabe: Die zweistufige Navigation (Kategorie → Wort) entspricht dem Aufbau realer Kommunikations-Vokabulare; falsche Kategorien können betreten werden, denn der Weg zurück gehört zu den echten Kosten einer Fehlentscheidung.
  • Mehrere Informationsquellen: Messwerte allein genügen nicht – der Beobachtungsbogen der Begleitperson gehört zur Auswertung dazu (vgl. Beukelman & Light, 2020; Light & McNaughton, 2014).
  • Faire Messung: Die Reihenfolge der drei Wege und der Wörter wird zufällig bestimmt, die Anordnung der Felder bei jedem Versuch neu gemischt – so verzerren Übungs- und Erinnerungseffekte den Vergleich nicht.

Grenzen: Momentaufnahme (Tagesform!), 6 Aufgaben pro Weg, das Ergebnis hängt auch von Eingabemethode und Symbolverständnis ab. Das Ergebnis ist keine Aussage über Intelligenz, Sprachverständnis oder Entwicklungsstand – es beschreibt nur den Wortzugriffs-Weg in dieser Sitzung. Die Einschätzung ersetzt keine umfassende UK-Diagnostik durch Fachkräfte.

Das ist kein Test mit Noten.
Es gibt kein Bestehen und kein Durchfallen.
Wir schauen nur: Welcher Weg passt gut zu dir?
Wichtig ist auch, was die Begleit-Person sieht.
Das Ergebnis ist ein erster Eindruck.