Für sprechende Kinder lautet die Konsequenz: Familiensprache erhalten, beide Sprachen wertschätzen. Für Menschen, die mit Symbolen, Tasten und Sprachausgabe kommunizieren, kommt eine Besonderheit hinzu, die alles verschärft: Ihr Wortschatz ist begrenzt auf das, was jemand in ihr System hineingelegt hat.
Die Sprachentscheidung, die bei sprechenden Kindern das Umfeld beeinflusst, wird bei UK-Nutzenden von der Konfiguration festgelegt. Deshalb ist die UK-Fachliteratur an dieser Stelle eindeutig. Gefordert wird die Unterstützung beider Sprachen, die ein Mensch braucht, um an seinen realen Lebenswelten teilzuhaben (Soto & Yu 2014). Das Practice Portal der US-Fachgesellschaft ASHA formuliert es als Versorgungsstandard: Wenn ein UK-System nicht alle Sprachen einer Person unterstützt, kann sie zu Hause womöglich gar nicht kommunizieren — empfohlen werden ausdrücklich Systeme, die zwischen Sprachen umschalten können.
Was passiert, wenn man das übergeht, ist dokumentiert: In einer ethnografischen Studie lagen die Sprachausgabegeräte mexikanisch-amerikanischer Kinder zu Hause weitgehend unbenutzt. Das Vokabular war englisch und schulbezogen; kulturell passendes Alltagsvokabular fehlte ebenso wie die Familiensprache. In der Schule galt das Gerät als nützlich — am Familientisch war es kaum brauchbar (McCord & Soto 2004).
Die neuere Fachdiskussion geht weiter: Der Wechsel zwischen Sprachen mitten im Gespräch ist kompetente Praxis mehrsprachiger Menschen, die Systeme unterstützen müssen (King & Soto 2022; Tönsing & Soto 2020). Das kehrt die Beweislast um. Nicht der Mensch, der wechselt, muss sich rechtfertigen — das System, das den Wechsel nicht zulässt, muss es.
Ein Sprach-Computer ist der Wortschatz einer Person.
Nur was drin ist, kann man sagen.
Ist nur Deutsch drin, geht nur Deutsch.
Dann bleibt der Sprach-Computer zu Hause oft liegen.
Fachleute sagen darum:
Alle Sprachen einer Person gehören ins Gerät.
Und man muss leicht umschalten können.