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Mehrsprachigkeit in der Unterstützten Kommunikation

Mehrsprachigkeit in der Unterstützten Kommunikation

Wer über eine Kommunikationshilfe spricht, kann nur die Sprachen sprechen, die im Gerät stehen.

Zwei Sprachen sind kein Problem, das gelöst werden muss

Fast jede vierte Familie in Deutschland spricht zu Hause nicht nur Deutsch. Eine Behinderung macht vor dieser Zahl nicht halt: In mehrsprachigen Familien kommen Kommunikationsbeeinträchtigungen genauso vor wie in einsprachigen. Mehrsprachigkeit ist in der Unterstützten Kommunikation (UK) deshalb kein Sonderfall, sondern Alltag.

Für Menschen, die über eine Kommunikationshilfe sprechen, ist die Sprachfrage schärfer gestellt als für alle anderen. Ein sprechendes Kind schnappt türkische, arabische oder polnische Wörter auf, auch wenn die Kita deutsch ist. Wer mit Symbolen und Sprachausgabe spricht, kann nur die Sprachen sprechen, die jemand in das Gerät gelegt hat. Wird die Kommunikationshilfe einsprachig eingerichtet, ist die Mehrsprachigkeit dieses Menschen damit nicht erschwert, sondern abgeschafft.

Diese Seiten tragen zusammen, was dazu bekannt ist: warum mehrsprachige Vokabulare sinnvoll sind, in welchen Situationen sie gebraucht werden, warum ein Vokabular sich nicht einfach übersetzen lässt und was gute Versorgung tut. Und sie zeigen, wie unser Vokabular TwinTalk darauf antwortet — einschließlich der Stellen, an denen es das noch nicht tut.

Viele Familien sprechen zu Hause eine andere Sprache.
Zum Beispiel Arabisch oder Polnisch oder Russisch.
Manche Menschen aus diesen Familien können nicht sprechen.
Sie brauchen Hilfe zum Reden.
Zum Beispiel einen Sprach-Computer.
Ein Sprach-Computer hat nur die Wörter,
die jemand hinein gelegt hat.
Wenn nur deutsche Wörter drin sind,
kann die Person nur Deutsch reden.
Dann kann sie mit ihrer Familie nicht gut reden.
Darum ist es wichtig:
Beide Sprachen gehören in den Sprach-Computer.

Vier Seiten zum Thema

Jede Seite steht für sich. Wer wenig Zeit hat, fängt bei den Situationen an.

Es gibt vier Seiten zu diesem Thema.
Sie können jede Seite einzeln lesen.

Warum zwei Sprachen?

Sinn und Zweck mehrsprachiger Vokabulare: was die Forschung zeigt, was der Rat zur Einsprachigkeit kostet und wozu ein zweisprachiges Vokabular gut ist.

Hier steht, warum zwei Sprachen gut sind.
Und was die Forschung dazu sagt.

Sinn und Zweck

Situationen aus dem Alltag

Sieben Szenarien: die Großmutter ohne Deutsch, die Familie neu in Deutschland, die Assistenz ohne die Familiensprache, die Schule, der Umzug, der Schlaganfall.

Hier stehen sieben Beispiele.
Zum Beispiel: Die Oma spricht kein Deutsch.

Zu den Szenarien

Warum Übersetzen nicht reicht

Kernwortschatz, Mehrdeutigkeit, Symbole, Grammatik: vier Gründe, warum ein Vokabular in einer anderen Sprache mehr ist als eine Übersetzungsliste.

Hier steht, warum Übersetzen allein nicht reicht.
Jede Sprache braucht eigene Arbeit.

Zum Hintergrund

Was gute Versorgung ausmacht

Sieben Punkte für Familien und Fachkräfte, der rechtliche Rahmen und die Fragen, die man einer Beratungsstelle stellen darf.

Hier stehen Tipps für Familien.
Und Tipps für Fachleute.

Zur Orientierung

Das Vokabular dazu: TwinTalk

TwinTalk ist unser Vokabular für mehrere Sprachen in einer Kommunikationsoberfläche. Dieselbe Seite, dieselben Felder, dieselben Positionen — nur Beschriftung und Sprachausgabe wechseln. Eine Umschalttaste steht auf jeder Seite in der Navigationsleiste.

TwinTalk ist ein Wortschatz für den Sprach-Computer.
Er hat mehrere Sprachen.
Die Wörter liegen immer an der gleichen Stelle.
Es gibt eine Taste zum Umschalten.
Damit wechselt man die Sprache.

Die Zahlen in Kürze

  • 21,2 Millionen Menschen in Deutschland — 25,6 Prozent der Bevölkerung — hatten 2024 eine Einwanderungsgeschichte (Mikrozensus, Statistisches Bundesamt 2025).
  • 23 Prozent sprechen zu Hause nicht ausschließlich Deutsch: 17 Prozent mehrsprachig, 6 Prozent zu Hause gar kein Deutsch (Statistisches Bundesamt 2026).
  • Unter den rund 15,5 Millionen Menschen, die sich zu Hause vorwiegend anders verständigen, führen Türkisch (14 %), Russisch (12 %) und Arabisch (9 %). Eine amtliche Rangfolge der weiteren Sprachen ist nicht veröffentlicht.
  • In Kitas wuchs schon 2022 fast jedes vierte Kind ab drei Jahren (23,8 %) in einem Haushalt auf, in dem überwiegend nicht Deutsch gesprochen wird (bpb 2024) — regional deutlich mehr.

Wer UK-Versorgung plant, sitzt also grob überschlagen jeder vierten bis fünften Familie gegenüber, in der zu Hause auch eine andere Sprache gesprochen wird.

In Deutschland leben viele Menschen aus anderen Ländern.
Etwa jeder vierte Mensch hat Wurzeln in einem anderen Land.
Viele Familien sprechen zu Hause zwei Sprachen.
In der Kita spricht fast jedes vierte Kind zu Hause wenig Deutsch.
Das ist ganz normal.
Auch Menschen mit Behinderung leben in solchen Familien.

Woher die Aussagen stammen

Die Seiten in diesem Bereich beruhen auf einem Grundlagentext, den Lars Tiedemann im Juli 2026 zusammengestellt hat. Alle dort genannten Quellen wurden auf Fundstelle und Erreichbarkeit geprüft. Auf jeder Seite stehen die einschlägigen Quellen am Ende. Wo etwas nicht belegt ist — eigene Praxisableitungen, dünne Studienlage, Herstellerangaben — steht das ausdrücklich dabei. Der vollständige Text mit allen 52 Quellen steht zum Herunterladen bereit: „Mehrsprachigkeit in der Unterstützten Kommunikation“ (PDF, 22 Seiten).

Die Texte hier sind gut geprüft.
Am Ende jeder Seite stehen die Quellen.
Wenn etwas nicht sicher ist, schreiben wir das dazu.
Den ganzen Text kann man herunterladen.