Für Assistenzkräfte
Ob Schulbegleitung, persönliche Assistenz, Alltagsbegleitung oder Heilpädagog:in – Sie begleiten Teilhabe und Unterstützte Kommunikation im Alltag und sind zentrale Kommunikationspartner:in. Hier finden Sie Werkzeuge und Grundlagen dafür.
Sie sind der Schlüssel
Unterstützte Kommunikation gelingt nicht durch das Hilfsmittel allein, sondern durch die Menschen, die im Alltag mitkommunizieren. Als Assistenzkraft sind Sie oft am nächsten dran – Sie kennen die Person, die Situationen und die kleinen Signale. Damit sind Sie entscheidend dafür, dass Kommunikation im Alltag wirklich stattfindet.
Das Gute: Ein guter Gesprächspartner zu sein ist lernbar – Schritt für Schritt, ganz ohne Vorwissen.
Ein Sprach-Gerät allein reicht nicht.
Wichtig sind die Menschen, die mitreden.
Sie als Assistenz sind ganz wichtig.
Gutes Mitreden kann man lernen.
Was Sie als Assistenz stärken
Ihre Haltung und Ihre Methoden im Alltag wirken weit über einzelne Situationen hinaus. Mit Unterstützter Kommunikation stärken Sie vier Dinge, die zusammengehören – und die Sie ganz konkret fördern können:
Sie stärken vier wichtige Dinge:
Kommunikation
Jede Äußerung zählt. Sie schaffen Gelegenheiten zum Kommunizieren, warten ab, machen am Gerät vor (Modelling) und nehmen jede Mitteilung ernst – so wächst Kommunikation im Alltag.
Jede Mitteilung ist wichtig.
Sie geben Zeit und machen es vor.
Selbstbestimmung
Kommunikation ist die Grundlage von Selbstbestimmung. Geben Sie Wahlmöglichkeiten, fragen Sie nach der Meinung der Person und lassen Sie sie entscheiden – statt für sie zu sprechen.
Die Person entscheidet selbst.
Sie fragen und lassen wählen.
Teilhabe
Mit UK kann die Person mitreden, mitmachen und dabei sein. Sie öffnen Türen – im Gespräch, in der Gruppe, im Alltag und in der Gemeinschaft.
Die Person macht mit.
Im Gespräch und in der Gruppe.
Literacy – Lesen & Schreiben
Auch Lesen und Schreiben sind Teilhabe. Unterstützen Sie erste Schritte zur Schriftsprache: Buchstaben werden durch Nutzung gelernt, nicht als Vorbedingung – jede Teilfähigkeit ist wertvoll.
Lesen und Schreiben gehören dazu.
Jeder kleine Schritt zählt.
Das Gerüst: Assistenz macht Teilhabe möglich
Assistenz ist mehr als Hilfe im Alltag – sie ist das Instrument der Selbstbestimmung. Wer nicht oder nicht nur lautsprachlich kommuniziert, ist darauf angewiesen, dass jemand die Voraussetzungen schafft: damit eigene Entscheidungen, eigene Beiträge und eigene Wege überhaupt möglich werden.
Das Gerüst dahinter ist klar: Assistenz stellt Kommunikation, Selbstbestimmung und Teilhabe zur Verfügung. Kommunikation ist die Grundlage – erst wer sich mitteilen kann, kann selbst bestimmen; und erst Selbstbestimmung führt zu echter Teilhabe. Sie als Assistenz halten dieses Gerüst im Alltag aufrecht – Tag für Tag, Situation für Situation.
Mehr zum fachlichen und rechtlichen Rahmen (UN-BRK, BTHG, ICF): Selbstbestimmung, Teilhabe und Assistenz.
Assistenz macht Mitbestimmen möglich.
Zuerst kommt Kommunikation.
Dann kann die Person selbst entscheiden.
Dann kann sie mitmachen im Leben.
Sie als Assistenz machen das möglich.
Im ganzen Leben – rund um die Uhr
Teilhabe endet nicht nach der Therapiestunde. Assistenz unterstützt bei selbst gewählten Zielen und Aktivitäten – in allen Lebensbereichen: zu Hause, in der Schule, bei der Arbeit, in der Freizeit und in der Gemeinschaft. Nach den Wünschen der Person, nicht nach einem festen Plan.
Kommunikation ist nicht planbar – sie geschieht dann, wenn die Person etwas mitteilen möchte. Deshalb muss Kommunikations-Unterstützung vorgehalten werden: verfügbar, aufmerksam, rund um die Uhr. Genau das macht gute Assistenz aus.
Assistenz hilft im ganzen Leben.
Zu Hause, in der Schule, bei der Arbeit, in der Freizeit.
Bei dem, was die Person selbst möchte.
Immer bereit, wenn jemand etwas sagen will.
Unterstützen heißt: Lernen ermöglichen
Selbstbestimmung und Kommunikation zu unterstützen ist immer auch Lernen – für die Person und für Sie. Jede Situation im Alltag ist eine Gelegenheit: neue Wörter, neue Wege, neue Erfahrungen. Sie geben Zeit, machen am Gerät vor (Modelling) und trauen der Person etwas zu – so wächst Kompetenz Schritt für Schritt.
Auch Sie lernen dabei: die Person besser zu verstehen, Signale zu deuten und Ihre Unterstützung anzupassen. Assistenz ist ein gemeinsamer Lernweg – und jede Teilfähigkeit, jeder kleine Fortschritt zählt.
Unterstützen ist auch Lernen.
Die Person lernt neue Wörter und Wege.
Sie lernen die Person besser kennen.
Sie lernen zusammen.
Teilhabeprozesse gestalten & moderieren
Gute Assistenz begleitet nicht nur die Person, sondern auch das Umfeld. Sie moderieren: Sie erklären anderen, wie Kommunikation gelingt, schaffen Gelegenheiten zum Mitreden und sorgen dafür, dass die Person ernst genommen wird – in der Gruppe, in der Familie, im Team.
So gestalten Sie Teilhabeprozesse: Sie bauen Brücken zwischen der Person und ihrer Umgebung, statt für sie zu sprechen. Ihre Rolle ist die einer Ermöglicherin – nicht die einer Stellvertreterin. Das ist anspruchsvoll und sinnstiftend zugleich.
Sie helfen der Person und den anderen Menschen.
Sie erklären, wie Mitreden geht.
Sie bauen Brücken.
Sie sprechen nicht für die Person.
Womit wir Sie unterstützen
Alle Werkzeuge sind kostenlos und ohne Installation direkt im Browser nutzbar:
Diese Hilfen sind kostenlos:
Gute:r Gesprächspartner:in werden
PartnerTo ist unsere kostenlose Übungs-App: Sie zeigt in kleinen Schritten, wie gutes Gesprächsverhalten gelingt – abwarten, beobachten, kommentieren. Direkt im Browser, auch offline.
PartnerTo übt gutes Mitreden mit Ihnen.
In kleinen Schritten.
Kostenlose Apps zum Ausprobieren
Zum Entdecken und Üben – passend zur Ansteuerung der Person:
Es gibt Apps zum Ausprobieren.
Passend zur Steuerung: Augen, Finger, Taste, Bewegung.
Modelling im Alltag
Zeigen Sie am Gerät oder an Symbolen selbst, wie man Dinge sagt – so wird Unterstützte Kommunikation für alle normal. Wie das geht und warum es wirkt, lesen Sie in den Grundlagen.
Machen Sie es selbst vor.
Zeigen Sie am Gerät, wie man etwas sagt.
So wird UK normal.
Assistenz & Teilhabe verstehen
Assistenz ermöglicht Selbstbestimmung und Teilhabe. Was das im Kontext von Kommunikation bedeutet – und wie Ihre Rolle aussieht – erklärt unser Info-Bereich.
Assistenz hilft bei Selbst-Bestimmung.
Und beim Mitmachen im Leben.
Gute Gesprächspartner:in im Alltag
Ob Kommunikation gelingt, hängt stark davon ab, wie wir uns im Gespräch verhalten. Diese Bausteine helfen im Alltag:
- Warten: Antwortzeit geben und aushalten – UK braucht oft länger. Kündigen Sie an: „Ich warte, nimm dir Zeit.“
- Zutrauen: Sprechen Sie die Person direkt an, nicht über sie. Von der Sprechfähigkeit lässt sich nicht auf das Verstehen schließen.
- Vormachen (Modelling): Nutzen Sie das Gerät oder die Symbole selbst mit – so wird UK zur normalen Sprache im Alltag.
- Gut fragen: Offene Fragen laden zum Mitreden ein – echte Beiträge statt nur Abfragen.
- Nicht für die Person sprechen: Geben Sie Raum für eigene Äußerungen, auch wenn es länger dauert.
So reden Sie gut mit:
- Warten: Geben Sie Zeit zum Antworten.
- Zutrauen: Reden Sie mit der Person, nicht über sie.
- Vormachen: Zeigen Sie selbst am Gerät, wie man etwas sagt.
- Gut fragen: Stellen Sie offene Fragen.
- Platz lassen: Reden Sie nicht für die Person.
Fragen aus dem Alltag?
Für konkrete Fragen rund um Unterstützte Kommunikation im Alltag können Sie online einen Termin über unsere Terminseite buchen oder uns über das Kontaktformular schreiben.
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