Für Einrichtungen
Unterstützte Kommunikation professionell einführen – in Schulen, Wohngruppen, Werkstätten und Kitas
In anderen Ländern gelten andere Regeln.
Die Geräte und Apps kann man überall benutzen.
Unterstützte Kommunikation in Ihrer Einrichtung
Kommunikation ist ein Menschenrecht
Jeder Mensch hat das Recht, sich mitzuteilen – unabhängig von Alter, Diagnose oder motorischen Fähigkeiten. Die UN-Behindertenrechtskonvention (Art. 21) sichert das Recht auf freie Meinungsäußerung und Zugang zu Kommunikation. Unterstützte Kommunikation macht dieses Recht für Menschen möglich, die nicht oder nur eingeschränkt lautsprachlich kommunizieren können – ob in der Schule, der Wohngruppe, der Werkstatt oder der Kita.
Haltung: Zuhören, abwarten, ernst nehmen
Unterstützte Kommunikation beginnt nicht mit Technik, sondern mit Haltung. Wer Unterstützte Kommunikation in einer Einrichtung etablieren möchte, muss bereit sein, Menschen Zeit zu geben, ihnen zuzuhören und jede Äußerung – ob Blick, Geste, Symbol oder Wort – als echte Kommunikation wertzuschätzen. Gute UK-Praxis bedeutet: Responsivität (auf Kommunikationsversuche eingehen), Wartezeit geben (nicht vorschnell für jemanden sprechen) und Kommunikation auf Augenhöhe gestalten. Mehr dazu finden Sie auf unserer Seite Haltung und Gesprächspartner.
Unterstützte Kommunikation gehört in alle Assistenzleistungen
Kommunikation ist kein isoliertes Thema – sie durchzieht jeden Bereich des Lebens: Wohnen, Arbeiten, Freizeit, Bildung, Gesundheit. Deshalb muss Unterstützte Kommunikation integraler Bestandteil aller Assistenzleistungen sein. Persönliche Assistenz, Schulassistenz, Arbeitsassistenz – wer Menschen begleitet, die Unterstützte Kommunikation nutzen, braucht Wissen über Modelling, Geräte und die Bereitschaft, Kommunikation aktiv zu ermöglichen. Das Bundesteilhabegesetz (BTHG) und das SGB IX verankern das Recht auf Assistenz in allen Lebensbereichen. Wie Assistenz und Unterstützte Kommunikation zusammenhängen, erklärt unsere Seite Assistenz und Unterstützte Kommunikation.
Auf dieser Seite finden Sie die wichtigsten Ressourcen, um Unterstützte Kommunikation in Ihrer Einrichtung voranzubringen – von der Hilfsmittelbeantragung über die Vokabularauswahl bis hin zu Fortbildungsangeboten und Ansprechpartnern. Für eine umfassende Einführung in die Grundlagen empfehlen wir unsere Seite Was ist Unterstützte Kommunikation?
Jeder Mensch darf kommunizieren.
Das steht in der UN-Behinderten-Rechts-Konvention.
Manche Menschen können nicht oder nur wenig sprechen.
Diese Menschen brauchen Hilfe beim Kommunizieren.
Das nennt man: Unterstützte Kommunikation.
Haltung ist wichtig.
Wir hören zu.
Wir geben Zeit.
Jede Äußerung ist wichtig – auch ein Blick oder eine Geste.
Mehr dazu: Unterstützte Kommunikation.
Unterstützte Kommunikation gehört überall dazu.
Beim Wohnen, beim Arbeiten, in der Schule, in der Freizeit.
Alle, die einem Menschen helfen, müssen Unterstützte Kommunikation kennen.
Mehr dazu: Assistenz und Unterstützte Kommunikation.
Auf dieser Seite finden Sie wichtige Infos.
Zum Beispiel: Wie beantrage ich ein Hilfs-Mittel?
Und: Wo finde ich Fortbildungen?
Wichtige Ressourcen für Ihre Einrichtung
Hilfsmittel beantragen
Kommunikationshilfen werden als Hilfsmittel (§ 33 SGB V) von der Krankenkasse finanziert. Unser Schritt-für-Schritt-Guide erklärt den gesamten Antragsprozess – von der ärztlichen Verordnung bis zur Genehmigung. Zum Antrags-Guide →
Die Kranken-Kasse bezahlt Sprach-Computer.
Unsere Anleitung erklärt den Antrag Schritt für Schritt.
Zum Antrags-Guide →
Das passende Vokabular finden
Welches Vokabular passt zu Ihren Klient:innen? Unser interaktiver Vokabular-Finder führt Sie in wenigen Schritten zur passenden Lösung – basierend auf Literacy-Zielen, Plattform und Kommunikationsbedürfnissen. Zum Vokabular-Finder →
Welches Sprach-Programm passt zu einer Person?
Der Vokabular-Finder hilft bei der Auswahl.
Zum Vokabular-Finder →
Einschätzung & Beobachtung
Wie findet eine Person am besten Wörter? Alphabetisch, semantisch oder syntaktisch? Unsere kostenlose Einschätzung „Wortzugriff“ liefert eine fundierte Grundlage für die Vokabularauswahl. Zur Einschätzung →
Wie findet eine Person am besten Wörter?
Unsere Einschätzung gibt eine Antwort darauf.
Die Einschätzung ist kostenlos.
Zur Einschätzung →
Glossar Unterstützte Kommunikation
Über 130 Fachbegriffe der Unterstützten Kommunikation – verständlich erklärt. Ideal als Nachschlagewerk für Ihr Team. Zum Glossar →
Im Glossar stehen über 130 Fach-Wörter.
Jedes Wort wird einfach erklärt.
Zum Glossar →
Vokabularorganisation verstehen
Wie sind UK-Vokabulare aufgebaut? Welche Organisationsformen gibt es? Unser Vergleich hilft bei der Orientierung. Zur Vokabularorganisation →
Wie ist ein Sprach-Programm aufgebaut?
Es gibt verschiedene Arten.
Wir erklären die Unterschiede.
Zur Vokabularorganisation →
Kostenlose Apps – nach Ansteuerung
Klassische Spiele bietet zusätzlich EyePlayground. Zu allen Apps →
Es gibt kostenlose Apps zum Üben.
Zu den Apps →
Hilfsmittelversorgung über REHAVISTA und deren Partnerfirmen
Die Versorgung mit Kommunikationshilfsmitteln (Hardware, Software, Halterungen) läuft über REHAVISTA und deren Partnerfirmen. REHAVISTA vertreibt die Kommunikationssoftware Grid in Deutschland. Ein Versorgungsprozess umfasst typischerweise diese Schritte:
- Erprobung – Test von Geräten mit der betroffenen Person; ob eine Teststellung oder Ausleihe möglich ist, entscheidet der Versorger
- Antragstellung – Zusammenstellung aller Unterlagen für die Krankenkasse
- Einrichtung – Lieferung, Konfiguration und technischer Support
- Schulung – Einweisung in das Gerät für Nutzer:innen und Teams
Welche dieser Leistungen im Einzelfall angeboten werden, klären Sie bitte direkt mit dem Versorger. Kontakt: www.rehavista.de
REHAVISTA und Partner-Firmen bringen die Sprach-Computer.
Oft kann man ein Gerät zuerst ausprobieren.
Die Firmen entscheiden, ob das geht.
REHAVISTA und Partner-Firmen helfen auch beim Antrag bei der Kranken-Kasse.
REHAVISTA und Partner-Firmen richten das Gerät ein.
REHAVISTA und Partner-Firmen erklären das Gerät.
Webseite: www.rehavista.de
Fortbildungen für Teams
Sie möchten Ihr Team im Bereich Unterstützte Kommunikation fortbilden? Die GesUK (Gesellschaft für Unterstützte Kommunikation) bietet regelmäßig Fachvorträge und Workshops an – auch als Inhouse-Schulung für Einrichtungen. Referent:innen der GesUK decken Themen ab wie:
- Einführung in die Unterstützte Kommunikation
- Vokabularorganisation und Modelling im Alltag
- Künstliche Intelligenz und Unterstützte Kommunikation
- Einschätzung und Beobachtung in der Unterstützten Kommunikation
- Augensteuerung – Einstieg und Praxis
Mehr Informationen und Buchung: www.gesellschaft-uk.org
Die GesUK macht Fortbildungen über Unterstützte Kommunikation.
Das sind Kurse für Fach-Leute.
Zum Beispiel: Was ist Unterstützte Kommunikation?
Oder: Wie geht Augen-Steuerung?
Die Kurse können auch in Ihrer Einrichtung stattfinden.
Mehr Infos: www.gesellschaft-uk.org
Beratung & Informationen durch kommunikation+
kommunikation+ – Nele Diercks und Lars Tiedemann – berät Kinder und ihre Familien vor Ort in Freiburg. Zu Fachthemen stellen wir Informationen und Werkzeuge auf unserer Website bereit; für konkrete Einzelfragen können Sie online einen Termin über unsere Terminseite buchen.
Zu diesen Themen finden Sie Informationen und Werkzeuge auf unserer Website:
- Welches Vokabular passt zu einer bestimmten Person?
- Wie organisiere ich individuelle Grid-Seitensets?
- Welche Zugangsmethode (Touch, Scanning, Augensteuerung) ist geeignet?
- Auftragsarbeiten: individuelle Vokabular-Anpassungen
Nele Diercks und Lars Tiedemann beraten Kinder in Freiburg.
Infos zu vielen Themen stehen auf unserer Internet-Seite.
Für konkrete Fragen können Sie einen Termin buchen.
Warum AssistUK?
Evidenzbasiert
Entscheidungen über Vokabulare und Zugangsmethoden basieren auf aktueller Forschung sowie systematischer Einschätzung und Beobachtung – nicht auf Gewohnheiten oder Trends.
Gelebte Erfahrung
In unserem Team arbeitet Nele Diercks, die selbst mit einem Sprachcomputer kommuniziert. Sie bringt ihre Perspektive als Expertin in eigener Sache ein – authentisch und auf Augenhöhe.
Über 30 Jahre Erfahrung
Lars Tiedemann arbeitet seit 1992 im Bereich Unterstützte Kommunikation und mit Menschen mit schwerer Behinderung – als Heilpädagoge, Fachberater und Vokabular-Entwickler für Grid (Smartbox).
Warum sind wir gut für Sie?
- Wir arbeiten nach dem neuesten Wissen.
- Nele benutzt selbst einen Sprach-Computer.
Sie weiß, wie es ist. - Lars hat über 30 Jahre Erfahrung mit Unterstützter Kommunikation.
Häufige Fragen von Einrichtungen
Wie können wir als Einrichtung UK-Hilfsmittel beantragen?
Die Beantragung läuft über die Krankenkasse der betroffenen Person – nicht über die Einrichtung. Sie benötigen ein ärztliches Rezept und eine fachliche Begründung. Unser Antrags-Guide erklärt den gesamten Ablauf Schritt für Schritt. Für die Versorgung mit Geräten und der Kommunikationssoftware Grid sind REHAVISTA und deren Partnerfirmen die richtigen Ansprechpartner.
Gibt es Fortbildungen für unser Team?
Ja – die Gesellschaft für Unterstützte Kommunikation (GesUK) vermittelt qualifizierte Referent:innen, die Fortbildungen für Teams in Einrichtungen durchführen. So erhalten Ihre Mitarbeitenden fundiertes Wissen direkt von erfahrenen UK-Fachleuten.
Welches Vokabular passt zu unseren Klient:innen?
Die Wahl des Vokabulars hängt von den individuellen Fähigkeiten und Bedürfnissen ab. Unser Vokabular-Finder hilft Ihnen, das passende Grid-Vokabular zu finden. Für konkrete Einzelfragen können Sie online einen Termin über unsere Terminseite buchen.
Bieten Sie Vor-Ort-Besuche in Einrichtungen an?
kommunikation+ ist eine heilpädagogische Praxis in Freiburg. Kinder beraten wir vor Ort bei uns; zusätzlich gibt es Online-Termine für konkrete Fragen. Vor-Ort-Besuche in Einrichtungen bieten wir nicht an. Für Vor-Ort-Unterstützung bei der Hilfsmittelversorgung wenden Sie sich bitte an REHAVISTA und deren Partnerfirmen, für Team-Fortbildungen an die GesUK. Offene Treffen gibt es außerdem im Komm-Café.
Wie bekommt man ein Sprach-Gerät?
Man braucht ein Rezept vom Arzt.
Dann stellt man einen Antrag bei der Krankenkasse.
Unser Antrags-Guide erklärt alles.
Gibt es Schulungen für unser Team?
Ja, die GesUK vermittelt Fach-Leute.
Die kommen zu Ihnen und schulen Ihr Team.
Mehr Infos auf gesellschaft-uk.org.
Welches Vokabular passt?
Das hängt von der Person ab.
Unser Vokabular-Finder hilft dabei.
Oder Sie fragen uns in einer Beratung.
Kommen Sie zu uns?
Kinder beraten wir in Freiburg.
Für konkrete Fragen gibt es Online-Termine.
Besuche in Einrichtungen machen wir nicht.
Für Besuche vor Ort fragen Sie REHAVISTA und Partner-Firmen.
Für Schulungen fragen Sie die GesUK.
Gute Gesprächspartner: eine Aufgabe fürs ganze Team
Ob Unterstützte Kommunikation im Alltag gelingt, hängt stark vom Verhalten der Gesprächspartner ab – und gutes Partnerverhalten ist lernbar, keine Charakterfrage. In einer Einrichtung heißt das: Partnerverhalten ist Teamkultur. Alle sind Gesprächspartner – auch Küche, Fahrdienst und Nachtdienst.
- Zutrauen: Alle im Haus gehen davon aus, dass die Person etwas zu sagen hat – auch wenn es länger dauert.
- Warten: Die erwartungsvolle Pause gilt auch im hektischen Alltag. Wer beim Anziehen oder beim Essen ein paar Sekunden wartet, bekommt oft eine eigene Antwort statt eines Nickens.
- Vormachen: Das Kommunikationsmittel selbst benutzen – bei Mahlzeiten, bei Angeboten und in Pflegesituationen. So erlebt die Person ihr Gerät im echten Leben.
- Aufgreifen: Eine Äußerung bestätigen und um ein Wort erweitern: „MUSIK“ – „Ja, Musik AN!“
- Wenig helfen: Nicht vorsagen und nicht ungefragt raten – auch wenn es schneller ginge.
- Dranbleiben: Kurze Team-Auffrischungen wirken häufig mehr als eine einmalige Schulung. Auch Übergaben gehören dazu: Wie kommuniziert die Person? Was ist zu beachten? PartnerTo eignet sich als kostenloser Einstieg für Teams.
So sieht eine gute UK-Umgebung aus
- Geräte sind bei allen Aktivitäten dabei – und geladen.
- Symbole sind in Räumen und bei Angeboten sichtbar.
- Pro Gruppe oder Wohnbereich gibt es eine UK-Ansprechperson.
- Kommunikation hat im Tagesablauf echte Anlässe: Wahlmöglichkeiten bei Essen, Freizeit und Kleidung.
Ausführlich erklärt auf unserer Seite Wie bin ich ein guter Gesprächspartner?
PartnerTo ist unsere kostenlose Übungs-App: Sie zeigt die acht Bausteine in kleinen Schritten – direkt im Browser, auch offline.
Alle im Team sind Gesprächs-Partner.
Auch die Küche und der Fahrdienst.
Gute Gespräche kann man lernen.
Diese Tipps helfen oft:
- Trauen Sie der Person etwas zu.
- Warten Sie in Ruhe auf die Antwort.
- Benutzen Sie den Sprach-Computer selbst mit.
- Sagen Sie nichts vor.
- Üben Sie im Team immer wieder kurz.
Der Sprach-Computer ist immer dabei.
Und er ist aufgeladen.
Die Person kann oft wählen: beim Essen und in der Freizeit.
Mit PartnerTo üben.
PartnerTo ist ein kostenloses Übungs-Programm.
Passende Kurse
Für die Einarbeitung im Team: Der Lernpfad Assistenz richtet sich an Assistenz- und Pflegekräfte, der Lernpfad Unterstützte Kommunikation an alle, die mitreden. Beide sind kostenlos, brauchen kein Konto und laufen im eigenen Tempo – der Stand bleibt auf dem jeweiligen Gerät.
Es gibt Kurse für Ihr Team.
Ein Kurs ist für die Assistenz.
Ein Kurs ist für alle anderen.
Die Kurse sind kostenlos.
Man braucht kein Konto.
Haben Sie Fragen?
Sie haben konkrete Fragen zur Unterstützten Kommunikation? Für Einzelfragen buchen Sie einen Termin über unsere Terminseite; Team-Fortbildungen vermittelt die GesUK.
Haben Sie Fragen?
Schreiben Sie uns.
Oder lesen Sie unseren Antrags-Guide.